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Boeing hat jetzt auch Probleme mit neuem 747-8

Der Luftfahrtkonzern Boeing hat nach den Problemen mit der zeitigen Auslieferung des neuen Modells 787 «Dreamliner» nun auch Ärger mit der neuesten Generation des Jumbos 747.

Herstellung verzögert sich: Boeing 747-8.
Herstellung verzögert sich: Boeing 747-8.
AFP

Die Auslieferung des ersten Modells der neuen 747-8 könne sich auf Anfang nächsten Jahres verschieben, wie Boeing am Mittwoch in Minneapolis mitteilte. Es gebe «erheblichen Druck» auf dem ursprünglich geplanten Ablieferungstermin zu Jahresende. Das hatte der Konzern auch schon für den Dreamliner angekündigt. Bei verspäteter Auslieferung drohen dem Konzern Strafzahlungen.

Wie das «Wall Street Journal» schreibt, hatte Boeing seit dem ersten Testflug mit dem 747-8 mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. So mussten etwa die Fahrwerkklappen neu entworfen werden und Probleme mit der Aerodynamik gelöst werden. Das verzögere die Zulassung durch die US-Behörden und die geplante Auslieferung der ersten Frachter-Version des 747-8 an das Frachtunternehmen Cargolux in Luxemburg.

Der 747-8 ist bisher ein riesiges Verlustgeschäft

Im Gegensatz zum Dreamliner sind für den 747-8 anscheinend noch wenig Bestellungen eingegangen. Die Entwicklung des neuen Jumbo ist inzwischen mit über einer Milliarde Dollar in den roten Zahlen, schreibt das «Wall Street Journal» weiter. Es sei ungewiss, wann oder ob der Flieger jemals profitabel sein werde.

An der Luftfahrtsmesse im britischen Farnborough hat Boeing bekannt gemacht, dass das Unternehmen in den ersten vier Tagen der Flugmesse Bestellungen in der Höhe von 28 Milliarden Dollar entgegennehmen konnte. Für den Boeing 747-8 sei aber keine eingegangen. Das heisst, dass Kunden erst rund 100 neue Jumbos bestellt haben.

Glanzloses Quartal

Ebenfalls heute wurde bekannt: Trotz des Aufschwungs in der Luftfahrtbranche hat der US-Flugzeughersteller Boeing ein glanzloses Quartal vorgelegt. Da der Konzern weniger Flugzeuge auslieferte als im Vorjahr, gingen Gewinn und Umsatz zurück.

Der Reingewinn fiel um rund 20 Prozent auf 787 Millionen Dollar, wie Boeing am Mittwoch bekanntgab. Boeing-Chef Jim McNearney zeigte sich dennoch zuversichtlich, im kommenden Jahr wieder wachsen zu können. Auf der Luftfahrtschau in Farnborough heimste der Konzern Bestellungen für 103 Flugzeuge im Wert von rund zehn Milliarden Dollar ein.

Das zeigt, dass Fluggesellschaften bei der Anschaffung neuer Maschinen wieder mutiger werden. In der Krise hatten sie sich stark zurückgehalten, da sie die notwendige Finanzierung oftmals nicht auf die Beine stellen konnten. Boeing hat nun Aufträge für 3304 Flugzeuge im Wert von 252 Mrd. Dollar nach Listenpreis in den Büchern.

Erwartungen leicht übertroffen

Im zweiten Quartal schlug sich das in der Bilanz von Boeing aber noch nicht nieder. Der Umsatz ging neun Prozent auf 15,6 Mrd. Dollar zurück, da Boeing nur 114 Flugzeuge auslieferte. Im Vorjahresquartal waren es noch 125. Der Nettogewinn fiel um rund 20 Prozent auf 787 Millionen Dollar.

Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten leicht, beim Umsatz blieb er allerdings dahinter zurück. Den Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte Boeing. Davon zeigte sich der Markt enttäuscht. Analysten hatten für das Gesamtjahr mit einer höheren Gewinn-Prognose gerechnet. Die Aktie fiel zwei Prozent.

dapd/sam

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