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Borregaard-Mitarbeiter stimmen dem Sozialplan zu

Die Zellstofffabrik in Riedholz SO wird geschlossen. Heute haben die betroffenen Mitarbeiter nach 20-stündiger Verhandlung den Sozialplan akzeptiert.

Zukunft für die Angestellten: Bis 2011 läuft der verabschiedete Sozialplan.
Zukunft für die Angestellten: Bis 2011 läuft der verabschiedete Sozialplan.
Keystone

Im Vergleich zum ersten Angebot sei Borregaard in harten Verhandlungen ein wesentlich besseres Ergebnis abgerungen worden, stellten Gewerkschaftsvertreter an der Betriebsversammlung fest. Die Entlassungen könnten sozialverträglich gestaltet und Härtefälle aufgefangen werden.

So erhalten sämtliche von der Entlassung betroffenen Mitarbeiter eine nach Alter und Dienstjahren abgestufte Abgangsentschädigung von bis zu 50'000 Franken. Statt der ursprünglich von Borregaard Schweiz vorgesehenen 3,5 Millionen Franken werden dafür 7 Millionen Franken zur Verfügung gestellt.

Total 27 Millionen Franken

40 Angestellte werden laut Angaben der Gewerkschaft Unia frühpensioniert. Frauen ab 59 und Männer ab 60 Jahren erhalten 70 Prozent des letzten Bruttomonatslohnes, mindestens jedoch 55'000 Franken pro Jahr. Zudem werden die BVG- und AHV-Prämien bis zur ordentlichen Pensionierung zur Hälfte von Borregaard bezahlt.

Zusätzliche Leistungen sieht der Sozialplan für Härte- und Sozialfälle vor. Ausgehandelt wurden überdies Umzugs- und Rückreiseentschädigungen. Zur Unterstützung bei der Arbeitsuche wurde ein Jobcenter eingerichtet. Insgesamt wendet Borregaard für die Umsetzung des Sozialplanes 27 Millionen Franken auf.

Die Gewerkschaft Unia spricht von einem «wegweisenden Sozialplan». Er setze Massstäbe weit über den «Fall Borregard» hinaus. Entscheidend für den Erfolg der Arbeitnehmervertretung sei die «Kampfbereitschaft der Belegschaft» gewesen.

Erstes Angebot abgelehnt

Ein erstes Angebot der Geschäftsleitung von Borregaard Schweiz hatten die Arbeitnehmervertretungen als ungenügend zurückgewiesen. In der letzten Verhandlungsrunde drohten die Gewerkschaften gar damit, den Betrieb sofort stillzulegen, falls Borregaard nicht auf die Forderungen der Arbeitnehmenden eintreten sollte.

Für die Betroffenen seien gute Lösungen gefunden worden, hält auch die Geschäftsleitung von Borregaard Schweiz in einem Communiqué fest. Die Einigung auf einen Sozialplan erlaube nun, die Kräfte auf das geordnete Herunterfahren der Produktion zu konzentrieren.

Ende November stillgelegt

Im Sozialplan sind mit Ausnahme des Managements alle von der Entlassung betroffenen Angestellten eingeschlossen, auch wenn sie eine neue Stelle finden. Mit einer überdurchschnittlich langen Geltungsdauer bis 31. Dezember 2011 könnten langfristig Sozial- und Härtefälle vermieden werden, hält die Unia fest.

Ende Oktober erhielten 339 Angestellte die Kündigung. Aufgeschoben wurden vorerst die Kündigungen für 75 Angestellte. Sie sind in den drei kleineren Produktionseinheiten Hefe, Ethanol und Elektrolyse beschäftigt, die allenfalls weitergeführt werden.

Die Geschäftsleitung von Borregaard Schweiz beabsichtigt, die Zellstoffproduktion zwischen Mitte November und Mitte Dezember einzustellen. Das Vorgehen werde mit den Behörden des Kantons Solothurn abgesprochen, teilte die Geschäftsleitung mit.

SDA/oku

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