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Brady Dougan gibt Thomas Minder recht

In einem Interview spricht CS-Chef Brady Dougan über Lohn-Zwänge und darüber, wer bei der Managerlohn-Frage das letzte Wort haben soll.

«Es gibt sehr viele verschiedene Berufe und Möglichkeiten innerhalb der Branche»: CS-Chef Brady Dougan zu den Lohnzwängen der Banken. (Archivbild)
«Es gibt sehr viele verschiedene Berufe und Möglichkeiten innerhalb der Branche»: CS-Chef Brady Dougan zu den Lohnzwängen der Banken. (Archivbild)
Keystone

Der Chef der Grossbank Credit Suisse, Brady Dougan, ist sich unangemessener Lohnstrukturen bei den Banken bewusst. «Da gibt es dementsprechend viel Raum, um es besser zu machen», sagte er im Interview mit dem Finanznachrichtenportal Bloomberg.tv. Aber es existiere eben auch ein Markt rund um die Gehälter von Topmanagern in der Finanzindustrie. Die Credit Suisse könne nicht im Alleingang bestimmen, wie hoch die Entschädigung eines Topmanagers sei, sagte der CS-Chef.

Derzeit könnten nicht alle Banken nach den gleichen Regeln spielen. Das bringe Standortnachteile. Aber auch wenn für alle die gleichen Regeln gelten, können gute Mitarbeiter in verwandte Berufe der Finanzindustrie abwandern. «Es gibt sehr viele verschiedene Berufe und Möglichkeiten innerhalb der Branche», sagte er.

Dougan glaubt, dass die Fragen rund um die Entschädigung der Kadermitglieder ohnehin die Eigner, also die Aktionäre des Unternehmens, klären sollten. «Die Aktionäre sollen entscheiden, wie die Leute bezahlt werden», so der Credit-Suisse-Chef. Das ist auch die Stossrichtung, welche die jüngst angenommene Abzocker-Initiative von Thomas Minder vorgibt.

Aktionäre mehr Einbussen als Manager

Der Topmanager und Grossverdiener Dougan ist sich bewusst, dass die Aktionäre über die vergangenen Jahre grössere Einbussen haben hinnehmen müssen als die Bank-Manager. «Und das ist nicht nachhaltig. Aber wir arbeiten daran, dass wir zu einem System zurückkehren, in dem die Mitarbeiter dem Markt entsprechend bezahlt und die Aktionäre proportional belohnt werden.»

Dougan äusserte sich auch zur Investmentbank der Zukunft. Diese fokussiert sich gemäss dem CS-Chef unter anderem mehr auf die Klienten und mehr auf kapitalstarke Märkte. «Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren zum Teil dramatisch verändert. Mit den neuen regulatorischen Anforderungen sind gewisse Bereiche einfach nicht mehr lukrativ. Das sind sehr grosse Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.»

«Manchmal frustrierend»

Die Credit Suisse habe diese Herausforderungen bereits angegangen, sich reorganisiert und sich überlegt, aus welchen Bereichen die Bank aussteigen muss, während andere Banken in der Branche erst damit beginnen würden. «2012 hatten wir praktisch die Anforderungen nach Basel III erreicht und damit gearbeitet – auch wenn der Rest der Welt noch nicht so weit war», sagte Dougan.

Manchmal sei es schon frustrierend, dass sich die ganzen Anstrengungen nicht in einer besseren Performance des Aktienkurses oder etwa in höheren Gewinnen niederschlage. Aber die Zeiten seien sehr unruhig, sagte der CS-Chef. «Ich glaube fest daran, dass wir Vorteile daraus ziehen werden.»

SDA/rbi

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