Bündner Baukartell sprach Swisscom-Aufträge ab

Engadiner Bauunternehmer verteilten jahrelang Swisscom-Aufträge untereinander. Es geht dabei um mehrere Millionen Franken.

Visualisierung des Swisscom Breitband-Netz in Madulain im Kanton Graubünden. Bauarbeiten für Kabelleitungen der Swisscom wurden vom Engadiner Baukartell offenbar ebenfalls in geheimen Sitzungen verteilt, was zu Preisaufschlägen von bis zu 45 Prozent geführt haben könnte. (Bild: Keystone)

Visualisierung des Swisscom Breitband-Netz in Madulain im Kanton Graubünden. Bauarbeiten für Kabelleitungen der Swisscom wurden vom Engadiner Baukartell offenbar ebenfalls in geheimen Sitzungen verteilt, was zu Preisaufschlägen von bis zu 45 Prozent geführt haben könnte. (Bild: Keystone)

Auch die Swisscom ist vom Bündner Baukartell betroffen. Das berichtet SRF in einem Vorabbericht der Sendung «10vor10». Im Unterengadin haben sich Bauunternehmen demnach über Jahre in geheimen Sitzungen gegenseitig Swisscom-Aufträge zugeschanzt. Es ging dabei beispielsweise um Bauarbeiten für Kabelleitungen oder Rahmenverträge, die jährlich 200'000 Franken einbrachten.

Der Sendung «10vor10» liegen offenbar Dokumente vor, welche zeigen sollen, dass es bei den Preisabsprachen um mehrere Millionen Franken ging. Gemäss der Wettbewerbskommission Weko erstreckten sich die Manipulationen von 1997 bis 2012. Dabei sollen die Absprachen zu Preisaufschlägen von bis zu 45 Prozent geführt haben.

Gemäss «10vor10» prüft die Swisscom nun den möglichen Schaden. «Gegebenenfalls werden danach die notwendigen, auch rechtlichen Schritte eingeleitet», teilte der grösste Schweizer Telekommunikationsanbieter mit.

Den Bauskandal im Engadin aufgedeckt hat Whistleblower Adam Quadroni, ein Bauunternehmer aus Ramosch. Er löste die Weko-Untersuchungen aus.

anf

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