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Bündner wird oberster Schweizer Hotelier

Der Branchenverband Hotelleriesuisse hat einen neuen Präsidenten. Was Hotelier Andreas Züllig aus der Lenzerheide gegen die sinkenden Gästezahlen tun will und was sich speziell die Bündner von ihm erhoffen.

Für ihn ist die Zukunft der Tourismusbranche nicht düster, sondern voller Chancen: Der neu gewählte Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig an der Delegiertenversammlung in Bern. (27. November 2014)
Für ihn ist die Zukunft der Tourismusbranche nicht düster, sondern voller Chancen: Der neu gewählte Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig an der Delegiertenversammlung in Bern. (27. November 2014)
Screenshot SRF

Ein Bündner wird oberster Schweizer Hotelier: Der 56-jährige Andreas Züllig, der das Hotel Schweizerhof in Lenzerheide führt, ist am Donnerstag zum neuen Präsidenten des Verbands Hotelleriesuisse gewählt worden. Er folgt Anfang 2015 auf Guglielmo L. Brentel, der wegen Amtszeitbeschränkung Ende Jahr nach neun Jahren abtritt.

Die Freude über Zülligs Wahl sei unter den Bündner Hoteliers gross, schreibt das «Bündner Tagblatt». «Andreas Züllig ist sehr affin für die Anliegen der Saison-Hoteliers», sagt Ernst Wyrsch, Präsident von Hotelleriesuisse Graubünden, gegenüber der Zeitung. Dies sei für Graubünden sehr wichtig. Nicht zuletzt, weil die saisonale Hotellerie mit ganz anderen Problemen zu kämpfen habe als etwa die städtische.

«Hotels teils ein bisschen hilflos»

Züllig war von 2002 bis 2012 ebenfalls Präsident von Hotelleriesuisse Graubünden, der zweitgrössten Sektion des Verbands. Er ist gelernter Koch sowie Absolvent der Hotelfachschule in Lausanne und übernahm 1991 das Hotel Schweizerhof in Lenzerheide.

Auf den Bündner Hotelier wartet ein Berg Arbeit: Die Hotels kämpfen im aktuellen Umfeld – Stichworte Logiernächte, Eurokurs, Wetter – mit sinkenden Gästezahlen. «Die Hotels sind teils ein bisschen hilflos», so Züllig gegenüber Schweizer Radio SRF. Doch für ihn ist die Zukunft der Branche nicht düster, sondern voller Chancen. Als Verband könne man da Hilfe leisten, sei es mit Schulungen oder Informationen über die künftigen Gästebedürfnisse. Es ist Zülligs erklärtes Ziel, die Hoteliers fit zu machen für die Zukunft.

Nach Ansicht des designierten Hotelleriesuisse-Präsidenten sollte es zudem möglich sein, alte Hotels in Zweitwohnungen umzuwandeln. Ansonsten sieht er aber die Branche in der Pflicht: «Sie hat es in der Hand, ihre Angebote zu verbessern.»

Züllig sagts diplomatischer

Andreas Züllig, der vom Umfeld als zurückhaltend wahrgenommen wird, bezeichnet sich selbst als pragmatisch: «Ich weiss, dass nicht alles machbar ist, nicht alle Wünsche durchsetzbar sind. Es braucht Kompromisse und Geduld», sagt er weiter zu Radio SRF. Sein Motto: Langsam, dafür erfolgreich.

Der neue Hotelleriesuisse-Präsident kontrastiert mit seinem Vorgänger Brentel, der kein Blatt vor den Mund nahm und die Branche wiederholt scharf kritisierte. Letztes Jahr etwa sagte er: «Leider gibt es in unserer Branche viele, die auf den Staat vertrauen und warten. Es gibt zu viele faule Eier in der Schweizer Hotellerie.» Züllig würde es nicht so krass formulieren: Die einen hätten Schwierigkeiten, ihre Leistungen zu erbringen, wo ihr Produkt nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspreche, sagt er gegenüber dem Schweizer Fernsehen. «Es gibt aber auch sehr viele andere, sonst wäre die Hotellerie schon längst geschlossen.»

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