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CS-Chef Thiam tritt Spekulationen entgegen

Die Grossbank fährt 2016 einen Milliarden-Verlust ein und will mehrere Tausend Stellen abbauen. Der CS-Chef äusserte sich auch zum geplanten Börsengang des Schweizer Geschäfts.

Milliarden-Verlust: CS-Chef im Video-Interview. (Video: Tamedia/SDA)

Die Credit Suisse schreibt im vierten Quartal 2016 tiefrote Zahlen und will weitere 5500 Stellen abbauen, vermutlich trifft es wiederum vor allem externe Angestellte.

Der Sparkurs wirkt sich positiv auf den Aktienkurs der Grossbank aus. Nach Handelsstart legte die Aktie heute um 2,7 Prozent zu. Kurz vor 11.30 Uhr stand der Kurs etwas mehr als 3 Prozent im Plus.

Analysten sehen den Grund für diesen Höhenflug vor allem in einem besseren Abschneiden der internationalen Vermögensverwaltung und dem guten Ergebnis der Schweizer Bank. Den Aktienkurs beflügelt hat gemäss den Analysten auch die Kernkapitalquote.

Börsengang auf Kurs

CS-Chef Tidjane Thiam sieht zurzeit keine Gründe, von den ursprünglichen Plänen eines Börsenganges des Schweizer Geschäfts abzurücken. «Wir fahren so weiter wie geplant», sagte Thiam an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.

Zuvor gab es Gerüchte, dass die Credit Suisse dieses Projekt stoppen könnte, weil der geplante Börsengang zu höheren Kapitalanforderungen führen könnte und das mit dem Börsengang erzielte Kapital nicht mehr so dringend benötigt werde. Thiam erteilte diesen Spekulationen jedoch eine Absage.

Es stimme zwar, dass der Druck, zusätzliches Kapital zu beschaffen, nach gelassen habe. «Wir sind in einer komfortableren Lage als Ende 2015», sagte Thiam. Dennoch fahre die Bank mit den Vorbereitungen für den Börsengang fort, um sich einen grösseren Spielraum zu eröffnen. Gleichzeitig liess er jedoch offen, ob das Projekt nicht doch noch gestoppt wird, sollten die Marktbedingungen ändern. Man halte sich alle Optionen offen, sagte er.

Hartes Jahr 2016

Die Bank hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2018 die Kosten um über 4,2 Milliarden Franken gegenüber dem Aufwand von 2015 zu senken. Der Reinverlust betrug 2016 2,35 Milliarden Franken. Über das gesamte Jahr resultiert ein Verlust in ähnlicher Höhe von 2,44 Milliarden Franken. Hauptgrund für die erneut tiefroten Jahreszahlen sind Sonderkosten, wie die CS heute mitteilte. Aber auch geschäftlich lief es bei der Grossbank nicht rund.

Der US-Hypothekenstreit hat dabei das Jahresergebnis am stärksten belastet. So musste die Grossbank im vierten Quartal rund 2 Milliarden Dollar für ihre Tricksereien mit US-Hypotheken zurückstellen. Aber auch der Umbau der Bank hat zusätzliche Kosten im Umfang von 540 Millionen Franken verursacht, wie die Bank schreibt.

Eingetrübtes Geschäft

2015 hatte die Credit Suisse mit einem Minus von 2,94 Milliarden Franken einen noch höheren Verlust geschrieben. Damals war es vor allem eine Wertberichtigung, die der Grossbank das Ergebnis verhagelt hatte. Geschäftlich war die Bank 2015 jedoch besser unterwegs.

So wies die Credit Suisse für 2015 einen bereinigten Vorsteuergewinn von 4,2 Milliarden Franken aus. Für 2016 fällt er mit 615 Millionen Franken deutlich tiefer aus. Schlechter abgeschnitten als im Vorjahr haben dabei vor allem die Investmentbank und das Vermögensverwaltungsgeschäft in der Region Asien/Pazifik.

Zulegen konnte dagegen die Credit Suisse im Geschäft in der Schweiz und in der Internationalen Vermögensverwaltung.

Stellenabbau

Die Credit Suisse hat im letzten Jahr 7250 Vollzeitstellen abgebaut. In diesem Jahr sollen weitere 5500 folgen. Abgebaut werden die Stellen jedoch nicht primär in der Bank selbst, sondern indem die Bank die Zusammenarbeit mit externen Firmen und Mitarbeitern aufkündigt.

Die Pläne für die Schweiz haben sich laut der Bank nicht geändert. Im Oktober 2015 hatte die Credit Suisse angekündigt, bis 2018 in der Schweiz 1600 der insgesamt 17'000 Stellen zu streichen. Dabei bleibt es, sagte Thiam.

«Nur» rund 1000 Stellen in der Bank abgebaut

Für das Jahr 2016 hat die Bank ihr Ziel bei Einsparen von Kosten deutlich übertroffen. Mit Kosteneinsparungen von 1,9 Milliarden Franken hat sie sogar schon fast die Hälfte des gesamten Weges zurückgelegt. Das hat sich auch auf den Abbau von Stellen ausgewirkt. Statt wie ursprünglich angegeben 6000 hat die Bank im vergangenen Jahr 7250 Vollzeitstellen gestrichen.

Dabei zählt die Bank auch den Abbau bei Auftragnehmern und Beratern dazu. Da hat denn auch der Grossteil des Abbaus stattgefunden. Die Bank selbst weist nämlich Ende 2016 mit 47'170 einen nur um rund 1000 Stellen tieferen Stellenbestand aus als Ende 2015.

SDA/jdr/mch/rub

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