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«Das verteuert im Endeffekt die Prämie»

In der Schweiz gibt es gleich mehrere Prämien-Vergleichsportale. Das ist ein gutes Geschäft – aber nicht unbedingt für die Versicherten.

Hilfsmittel: Vergleichsportale sollen helfen, sich für eine Krankenkasse zu entscheiden. (Archiv)
Hilfsmittel: Vergleichsportale sollen helfen, sich für eine Krankenkasse zu entscheiden. (Archiv)
Keystone

Einen Monat vor Ablauf der Frist für einen allfälligen Krankenkassenwechsel ist ein neues kostenloses Prämien-Vergleichsportal online gegangen. Assicurandum.ch ermöglicht nach eigenen Angaben als erste Plattform auch den Vergleich von Zusatzversicherungen.

Bei den Suchresultaten über die Zusatzversicherungen stehe nicht nur der Preis im Fokus, sondern das passendste Angebot, teilte das Portal am Dienstag mit. Damit werde den Versicherten nicht nur das Sparpotential aufgezeigt, sondern sie erhielten diejenigen Angebote, welche ihre Bedürfnisse am besten erfüllten.

Indirekt von den Kassen finanziert

Habe sich der Nutzer für ein Angebot entschieden, könne er entweder eine Offerte bestellen oder sich von einem selber ausgewählten Berater kontaktieren lassen. Assicurandum verhindere so, dass Kundendaten in die Hände unbekannter Vermittler gelangten, hiess es weiter. Die Berater seien von der Finma zertifiziert und könnten nach dem Gespräch bewertet werden.

Die Hauptausgabe der «Tagesschau»hat sich diesem Thema und dem neuen Vergleichsportal angenommen. Rund ein Dutzend Vergleichsportale gebe es, der Konsument habe die Qual der Wahl, heisst es im Bericht der SRF-Sendung. «Was man wissen muss: Die meisten werden indirekt von den Krankenkassen finanziert», wird im Beitrag weiter erklärt. Auch bei der neu lancierten Plattform Assicurandum sei das so. Gründer Gerardo Iannone wolle zwar keine Werbung von Krankenkassen schalten lassen, verdiene aber durch die Vermittlung. «Wir vermitteln einen Wunsch, einen Kundenwunsch. Der Kunde hat gewählt, er möchte eine Offerte oder eine persönliche Beratung haben. Da vermitteln wir», sagt Iannone.

Die Kritik der Konsumentenschützerin

Konsumentenschützerin Sarah Stalder stuft diese Portale kritischer ein. Bei den meisten stecke mehr als nur Vermittlung dahinter, erklärt sie. «Dass es so viele neue Portale gibt, hat einen ganz einfachen Grund: Sie sammeln nämlich nur Adressen, Email-Adressen, damit die Leute dann beworben werden können von den Krankenkassenvertretern.» Die Krankenkassen hätten sich eine neue Branchenvereinbarung gegeben, dass man die Leute nicht mehr einfach anrufen könne. «Man braucht die Einwilligung von Personen – und das wird jetzt mit solchen Vergleichsportalen herbeigeführt.»

Die Vermittlung lassen sich die Kassen offenbar einiges kosten. Bis zu 50 Franken würden die Kassen pro Offerte an die Vergleichsportale zahlen. «Vergleichen mache Sinn», findet Daniel Bach vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Nur: Auch diese Kosten müsse jemand bezahlen. «Wenn man sich auf einem Vergleichsportal informiert und eine Offerte anfordert, löst das im Normalfall eine Zahlung von der Versicherung ans Vergleichsportal aus.» Das seien zusätzliche Kosten, die die Versicherungen tragen müssten – und am Schluss natürlich der Prämienzahler. «Das verteuert im Endeffekt seine Prämie», bemerkt Bach.

SDA/fal

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