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«Der Rücktritt ist eine Erniedrigung für den Star-Banker»

Der Abgang von Oswald Grübel löse das Problem der UBS nicht, lauten die Kommentare in der Presse. Die Grossbank müsse ihre Strategie ändern, doch der Verwaltungsrat wirke orientierungslos.

Erntet in der Presse Respekt: Oswald Grübel.
Erntet in der Presse Respekt: Oswald Grübel.
Keystone
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Oswald Grübels Rücktritt hat vor allem in der amerikanischen, britischen und Schweizer Presse Kommentare ausgelöst. Von einem dramatischen Fall Grübels schreibt die «New York Times». Der Rücktritt würde den einstigen Starbanker erniedrigen, findet das «Wall Street Journal».

Der britische «Guardian» wiederum sorgt sich um die Arbeitsplätze im Land. Während Grübel zurücktrete, würden UBS-Angestellte nun um ihren Job bangen, schreibt das Blatt. Als unvermeidbar bezeichnet der Fernsehsender BBC den Rücktritt nach dem Milliarden-Fiasko. Der peinliche Vorfall habe geradezu danach verlangt, dass man «ganz oben Verantwortung» übernehmen würde.

Die UBS müsse bei ihrer Strategie grundlegend über die Bücher, ist die vorherrschende Meinung in der Schweizer Presse. Es sei an der Zeit, dass der UBS-Chef für sein Bank endlich eine verbindliche Grenze einführe, verlangt etwa die «SonntagsZeitung». Ihr schwebt eine Obergrenze für Risiken, Boni und Verluste vor.

Kritik an Ermottis Wahl

Der «Sonntag» wirft dem Verwaltungsrat Orientierungslosigkeit vor. «Warum hat man Ermotti nicht gleich definitiv zum Chef gemacht?», fragt die Zeitung. Der Verwaltungsrat lasse damit die Entschlossenheit vermissen, die Grübel mit seinem Rücktritt an den Tag gelegt habe. Für Grübel gab es dagegen lobende Worte: Sein Abgang sei stark, aber bitter.

«Oswald Grübel geht, die Probleme bleiben», schreibt die «NZZ am Sonntag». Der Rücktritt sei nach dem Milliardenbetrug in London «folgerichtig», bringe der Bank aber «per se wenig». Die Probleme seien weniger operativer als strategischer Natur. Die UBS müsse zurück zu ihrem Kerngeschäft finden, der Vermögensverwaltung.

Ob der Interimschef Sergio Ermotti der richtige Mann ist, bezweifeln einige Sonntagsmedien. «Nun steht der Verwaltungsrat Gefahr, nach der Pfeife des nächsten operativen Chefs zu tanzen», schreibt zum Beispiel die «NZZ am Sonntag».

miw

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