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«Der Standort Schwarzenburg ist noch wettbewerbsfähig»

Der Geschäftsführer Kaba Gilgen AG und Sohn des Firmengründers, Jakob Gilgen, sieht mit den neuen Eigentümern aus Japan bessere Wachstumsmöglichkeiten. Diese Chance will er packen.

Jakob Gilgen ist Geschäftsführer der Kaba Gilgen AG. Sein Vater hat 1961 das Unternehmen gegründet und 1996 an Kaba verkauft.
Jakob Gilgen ist Geschäftsführer der Kaba Gilgen AG. Sein Vater hat 1961 das Unternehmen gegründet und 1996 an Kaba verkauft.
Urs Baumann

Herr Gilgen, warum hat die Kaba-Gruppe das Geschäftssegment der Automatik- und Bahnsteigtüren an die japanische Nabtesco verkauft? Jakob Gilgen: Die Firma Gilgen gehört seit über 14 Jahren zur Kaba-Gruppe. Schon vor einiger Zeit haben wir festgestellt, dass unser Geschäft nicht mehr so gut zu den Aktivitäten der Gruppe passt. Wir wollten also rechtzeitig nach einer neuen, besseren Lösung suchen. Mit dem Verkauf an die Nabtesco ist dies gelungen.

Die Kaba Gilgen AG wurde also nicht verkauft, weil die Geschäfte schlecht liefen? Nein. Die Geschäfte laufen sogar sehr gut. Mit dem neuen Eigentümer haben wir jetzt noch die besseren Wachstumsmöglichkeiten.

Welche Auswirkungen hat der Verkauf für den Standort Schwarzenburg mit den über 400 Arbeitsplätzen? Wenn wir weiter so erfolgreich sind, haben die neuen Eigentümer keinen Grund, hier etwas zu ändern. Wir ergänzen uns sehr gut. Kaba Gilgen ist in Europa und in China sehr stark. Nabtesco hingegen ist in Asien, vor allem in Japan, gut vertreten. Es gibt also keine Überlappungen. Nur wenn es solche geben würde, wären unsere Arbeitsplätze in Gefahr.

Versprechen betreffend den Standort haben die Käufer aus Japan also keine abgegeben? Das macht niemand. Es ist alleine an uns. Wir müssen das bestmögliche aus dieser Chance machen. Ich bin überzeugt, dass wir das auch können.

Das ist bereits ihr zweiter Verkauf. 1996 verkauften Sie die Gilgen AG an Kaba. Jetzt geht die Kaba Gilgen an die Nabtesco-Gruppe. Welcher Verkauf war für Sie emotional der schwierigere? Ganz klar der erste. Ich kam damals als Junger in das Familienunternehmen, und dann wurde der Verkauf der Firma durch die Aktionäre entschieden.

War Kaba aus Ihrer Sicht nie der richtige Eigentümer? Am Anfang passten wir sicher gut zu Kaba. Aber der Markt und die Unternehmen haben sich gewandelt. Das ist normal. Den jetzigen Verkauf der Kaba Gilgen konnten wir aber zum Glück aus einer starken Position machen. Das sieht man ja auch am Verkaufspreis (lacht).

Wenn wir schon dabei sind: Hat die Kaba-Gruppe dem Meistbietenden verkauft? Der Preis war nur ein Kriterium für den Entscheid. Wir hatten einige interessierte Käufer. Wir haben Nabtesco gewählt, weil wir in dieser Partnerschaft die besten Chancen für die Zukunft sehen. Wir haben Synergien, die wir weltweit beide nutzen können.

Welchen Einfluss werden Sie bei Nabtesco haben? Je besser wir arbeiten, desto grösser wird unser Einfluss sein. In der Geschäftsleitung hier ändert sich nichts. Welche Rolle ich bei Nabtesco haben werde, ist noch nicht klar definiert.

Hatten Sie schon Zeit, um die neuen Eigentümer kennen zu lernen? Wir hatten in der Verkaufsphase Kontakt. Die Leute aus Japan waren auch mehrmals in Schwarzenburg. Der erste Eindruck ist positiv. Ich bin gespannt, wie wir uns mit den unterschiedlichen Mentalitäten arrangieren werden. Aber das wird schon gut kommen.

Ist der Standort Schwarzenburg noch wettbewerbsfähig? Ja, absolut. In den 14 Jahren haben wir hier immer schwarze Zahlen geschrieben, und wir sind auch sehr gut durch die Krise gekommen.

Ist es schwierig, Leute zu finden, die in Schwarzenburg arbeiten wollen? Betreffend die Steuerbelastung ist Schwarzenburg nicht gerade ein Paradies. Dafür ist es landschaftlich eines (lacht). Das sage ich natürlich, weil ich hier aufgewachsen bin. Wir hatten noch nie grosse Probleme, die nötigen Leute zu finden. Das hängt auch damit zusammen, dass wir sehr interessante Projekte in verschiedenen Weltstädten wie Paris oder Hongkong haben.

Im Markt für Automatik- und Bahnsteigtüren müssen Sie sich gegen internationale Konkurrenten durchsetzen. Wie schafft das Kaba Gilgen aus Schwarzenburg? Preislich sind wir im mittleren bis oberen Bereich positioniert. Das bedingt aber eine ausgezeichnete Qualität und einen guten Umgang mit unseren Kunden.

Unter welchen Namen wird Kaba Gilgen künftig auftreten? Für eine Übergangsfrist können wir den Namen Kaba noch benützen. Später werden wir aber wohl nur noch unter dem Namen Gilgen Door Automation auftreten. Entschieden ist aber noch nichts.

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