Zum Hauptinhalt springen

Der Take-off von Swiss Skies liegt noch in weiter Ferne

Erstmals haben sich die vier Köpfe hinter der geplanten Billigairline gezeigt. Es bleibt aber unklar, ob sie das Startkapital erhalten.

Die vier Gründer von links nach rechts: Harald Vogels, Philippe Blaise, Armin Bovensiepen und Alvaro Oliveira. (14. September 2018)
Die vier Gründer von links nach rechts: Harald Vogels, Philippe Blaise, Armin Bovensiepen und Alvaro Oliveira. (14. September 2018)
Alexandra Wey, Keystone
Die für das Geschäftsmodell nötigen Airbus A321neo LR wollen die Gründer leasen. Zuvor wurde angezweifelt, ob überhaupt neue A321neo erhältlich sind, zumal bei Airbus bereits zahlreiche Bestellungen anderer Airlines eingegangen waren.
Die für das Geschäftsmodell nötigen Airbus A321neo LR wollen die Gründer leasen. Zuvor wurde angezweifelt, ob überhaupt neue A321neo erhältlich sind, zumal bei Airbus bereits zahlreiche Bestellungen anderer Airlines eingegangen waren.
Keystone
Armin Bovensiepen spricht an der Pressekonferenz in Basel. (14. September 2018)
Armin Bovensiepen spricht an der Pressekonferenz in Basel. (14. September 2018)
Alexandra Wey, Keystone
1 / 3

Seit fünf Tagen drehen sich die Diskussionen in der hiesigen Aviatikszene nur noch um die Pläne von vier bislang unbekannten Unternehmern. Sie wollen eine Airline gründen, die ab Basel-Mülhausen Destinationen in den USA, später auch in anderen Überseeregionen anfliegt. Mit einem Billigairline-Ansatz möchte Swiss Skies den Langstreckenmarkt aufwirbeln. Die ersten Reaktionen von Luftfahrtexperten waren einheitlich: Die Pläne sind sehr ambitiös, risikoreich, aber nicht chancenlos.

«Heute starten wir keine neue Airline», dämpften die Verantwortlichen gestern an einer Medienkonferenz in Basel die hohen Erwartungen. Die Idee, mit der das «nächste Kapitel in der Luftfahrtindustrie» geschrieben werden soll, wurde nochmals vorgestellt – ohne jedoch neue Anhaltspunkte zu geben, die an einen baldigen Start der ersten Schweizer Langstrecken-Billigairline glauben lassen. Ersichtlich wurde hingegen, dass es sich um seriöse und qualifizierte Aviatiker handelt. Gemeinsam vereinen sie über 100 Jahre Erfahrung in der Branche. Gestern verzogen sich einzig die Nebelschwaden über der vierten Personalie. Neben Alvaro Oliveira, Armin Bovensiepen und Philippe Blaise ist auch Harald Vogels, ehemaliger Managervon Farnair Switzerland, mit an Board.

Seit zwei Jahren brütet die Gruppe über dem Projekt Swiss Skies. Viel Zeit sei in den Finanzplan investiert worden. Doch gerade was das Startkapital betrifft, konnte oder wollte das Swiss-Skies-Quartett keinen Erfolg vermelden. 50 Millionen Dollar seien notwendig, um die geplante Airline gründen zu können. Weitere 50 Millionen sind nötig, um den Betrieb mit einem ersten Flugzeug aufzunehmen. Am Vortag fand in Basel ein Treffen mit Investoren aus der Region statt. Es sei vor allem darum gegangen, das Interesse zu wecken. Klar ist: Ohne finanzstarke Geldgeber wird Swiss Skies am Boden bleiben.

Allen voran Alvaro Oliveira, Pilot und offensichtlich Wortführer des Projektes, hält in optimistischer bis illusorischer Manier am Zeitplan fest, bereits in der zweiten Jahreshälfte 2019 vom Euro-Airport abzuheben. Ab dem Zeitpunkt, wo das Startkapital gesammelt sei, rechnet er mit zehn Monaten für Betriebsbewilligungen, Beschaffung von Flugzeugen und die Ausbildung von Piloten und Personal.

Basel nur Ausgangspunkt

Innerhalb von fünf Jahren soll die Flotte 38 Flugzeuge umfassen, 46 Destinationen bedienen und einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar einfliegen. Die Maschinen des Typs A321neo LR will Swiss Skies leasen, da die Warteschlange bei Airbus lange ist. Der Kontakt mit Leasingfirmen sei bisher positiv verlaufen. Auch der Pilotenmangel macht Oliveira keine Sorgen: «Es gibt immer noch Piloten auf dem Markt, vor allem europäische, die in China und im Mittleren Osten fliegen und zurückkommen wollen.»

Beim Euro-Airport zeigt man sich grundsätzlich erfreut – mit Einschränkungen: «Die Herausforderung liegt bei der Terminalinfrastruktur», schreibt die Flughafensprecherin. Der Euro-Airport dient den Projektinitianten als Ausgangspunkt für die Expansion auf andere, kleinere europäische Flughäfen. In Basel selbst würde demnach nur eine kleine Anzahl der 38 geplanten Flugzeuge stationiert sein.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch