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Der US-Präsident sorgt sich um Jobs in China

Donald Trump zwang den chinesischen Smartphonehersteller ZTE mit Sanktionen in die Knie. Nun kommt die Kehrtwende.

Smartphonehersteller ZTE musste den Betrieb einstellen, weil US-Firmen keine Bauteile mehr liefern durfte. Nun setzt sich Trump für die Jobs in China ein. (Bild: Reuters)
Smartphonehersteller ZTE musste den Betrieb einstellen, weil US-Firmen keine Bauteile mehr liefern durfte. Nun setzt sich Trump für die Jobs in China ein. (Bild: Reuters)

US-Präsident Donald Trump geht vor Handelsgesprächen auf China zu und will den chinesischen Technologiekonzern ZTE wieder ins Geschäft bringen. Er habe das Handelsministerium angewiesen, dem Unternehmen zu helfen, teilte Trump am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

«Zu viele Jobs in China verloren», schriebt Trump im Tweet. Er arbeite mit Chinas Präsident Xi Jinping an einer Lösung. Vertreter der chinesischen und der US-Regierung bereiten derzeit Verhandlungen in der US-Hauptstadt Washington vor, an denen auch der chinesische Chefunterhändler Liu He teilnehmen soll.

Nach US-Sanktionen Betrieb eingestellt

ZTE ist nach Huawei der zweitgrösste Smartphonehersteller Chinas und beschäftigt 75'000 Mitarbeitende. Das Unternehmen musste seinen Betrieb einstellen, nachdem das US-Handelsministerium im April US-Zulieferern wie Qualcomm oder Intel für sieben Jahre verboten hatte, Bauteile oder Software an ZTE zu verkaufen.

Der chinesische Konzern hat die Massnahmen als inakzeptabel und existenzbedrohlich kritisiert. Hintergrund der US-Strafmassnahmen ist ein ZTE angelasteter Verstoss gegen Iran- und Nordkorea-Sanktionen, den der Konzern auch eingeräumt hat. ZTE hat deswegen bereits 2017 eine Busse in der Höhe von 1,2 Milliarden Dollar akzeptiert.

Rätselraten in Washington

Trump hat bisher immer klar gemacht, dass er amerikanische Jobs schützen werde, auch wenn das in anderen Ländern wirtschaftliche Konsequenzen bedeute. China hat er insbesondere für unfaire Handelspraktiken an den Pranger gestellt.

Die Sanktionen gegen ZTE wurden deshalb als wichtiges Druckmittel in den Verhandlungen mit China betrachtet. Nachdem Trump beim Smartphonehersteller nun aber einlenkte, ist nicht klar, was die USA im Gegenzug erhalten haben. «Ich verstehe nicht, wieso er so um chinesische Jobs besorgt ist», sagte Technologieexperte Adam Segal der New York Times.

Neben den Arbeitsstellen würde es für China aber noch um mehr gehen. ZTE fördere die Innovation in China und sorge für wachsenden Einfluss auch im Ausland. In den USA ist ZTE hinter Apple, Samsung und LG die Nummer vier.

Ebenfalls in Verdacht, Nordkorea- und Iran-Sanktionen umgangen zu haben, ist Chinas grösster Smartphoneproduzent Huawei. Eine Stillegung dieses Konzern hätte noch gravierendere Folgen für das Land und wäre ein noch besseres Druckmittel in den Verhandlungen. Die USA versuchen den Einfluss von Huawei und ZTE seit längerem einzuschränken, auch weil diese eng mit der chinesischen Regierung zusammenarbeiten.

SDA/anf

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