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Die Finma-Rüge kostet ihn den Job

Andreas Albrecht tritt als Bankratspräsident der Basler Kantonalbank ab. Sein Rücktritt ist die Folge diverser Turbulenzen.

Andreas Albrecht hat genug: Er tritt als Präsident der BKB zurück.
Andreas Albrecht hat genug: Er tritt als Präsident der BKB zurück.
Keystone

Der Bankratspräsident der Basler Kantonalbank (BKB), Andreas Albrecht, zieht nach einer Rüge der Finanzmarktaufsicht (Finma) am Basler Staatsinstitut die Konsequenzen: Er tritt als Präsident und Mitglied des Bankrats zurück. Das gab die Bank heute bekannt.

Der Rücktritt Albrechts erfolge bis spätestens Ende Jahr, das genaue Datum sei indes noch festzulegen, teilte die BKB mit. Albrecht tritt zudem auch von allen mit seiner Bankratstätigkeit verbundenen Funktionen zurück, so insbesondere als Verwaltungsrat der der BKB gehörenden Bank Coop und als Stiftungsrat der BKB-Pensionskasse.

Folge von Finma-Rüffel

Zum Rücktritt geführt hat die am 21. November bekannt gewordene Rüge der Finma gegenüber der BKB. Die Finma hielt der BKB vor, zwischen 2009 und 2012 «in unzulässiger Weise» den Börsenkurs der eigenen Partizipationsscheine gestützt zu haben. Sie machte der BKB Auflagen und zieht unrechtmässig erzielte Gewinne von 2,84 Millionen Franken ein.

Albrecht war darauf in die Kritik geraten, hatte für einen Rücktritt aber zum damaligen Zeitpunkt «keinen Grund» gesehen, wie er noch in einem Interview der «Basler Zeitung» (BaZ) vom letzten Freitag sagte. Inzwischen entschloss er sich zu dem Schritt, weil «er die Bank von dem Vertrauensverlust entlasten will, dem er in der Öffentlichkeit ausgesetzt ist», wie es in der BKB-Mitteilung heisst.

Rückzug aus dem Parlament

Er habe sich ein paar Tage Zeit genommen, die Entscheidung sorgfältig vorzubereiten, sagte Albrecht auf Anfrage. Inzwischen habe er eine gewisse Skepsis und Verunsicherung in der Öffentlichkeit feststellen müssen, die auf seine Person fokussiert sei. Er wolle aber «nicht zur Belastung für die Bank werden».

Schon vor Monaten – nach der Geburt seiner Tochter – hatte Albrecht seinen Rückzug aus dem Parlament angekündigt; eingereicht ist dieser noch nicht. Daran ändere sich mit dem Rückzug aus dem Bankrat nichts, sagte er nun: Der Bankrat sei für ihn nicht Politik, sondern berufliche Tätigkeit; da gebe es dann halt andere Mandate. Aus dem Grossen Rat wolle er im ersten Quartal 2014 zurücktreten.

Bankrat auch selbstkritisch

Der Bankrat nahm den Rücktrittsentscheid von Albrecht «mit Bedauern zur Kenntnis». Er hielt in der Mitteilung fest, er habe «im Zusammenhang mit der Regelung und Beaufsichtigung der Handelsaktivitäten der Bank mit eigenen Partizipationsscheinen nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und sich dabei auch von externen Rechtsspezialisten beraten lassen».

Trotzdem sei die Rüge der Finma zu akzeptieren. Der Bankrat müsse zudem selbstkritisch feststellen, dass er die in der BKB «angezeigten kulturellen und personellen Veränderungen möglicherweise noch rascher und energischer hätte vorantreiben können». Insgesamt erwiesen sich diese bisher aber als richtig.

Hängige Entpolitisierung

Nach dem Rücktritt Albrechts übernimmt Bankratsmitglied Andreas Sturm interimistisch die Präsidialfunktionen. Dies gelte, bis das baselstädtische Kantonsparlament die Ersatzwahl eines neuen Bankratspräsidenten oder einer Bankratspräsidentin vornimmt.

Inzwischen werde Sturm, der seit Februar für die GLP im Grossen Rat sitzt, «zur Wahrung seiner politischen Unabhängigkeit» aus Parlament und Partei austreten. Albrecht gehört dem Grossen Rat als Vertreter der Liberalen (LDP) an und war bei den eidgenössischen Wahlen von 2007 erfolgloser bürgerlicher Herausforderer von Ständerätin Anita Fetz (SP/BS).

Noch nicht zur Ruhe gekommen

In Basel-Stadt hängig ist eine von Finanzdirektorin Eva Herzog lancierte Totalrevision des Kantonalbankgesetzes, die die Aufsicht über die BKB klären und den Bankrat entpolitisieren will. Unter anderem soll künftig Mitgliedern des Grossen Rats und der Regierung der Einsitz in das Gremium verwehrt sein.

Die BKB ist mit den jüngsten Turbulenzen erneut nicht zur Ruhe gekommen, nachdem sie schon im Zusammenhang mit dem mutmasslichen Anlagebetrugsfall um die ASE in Frick AG von der Finma gerüffelt worden war. Im Zusammenhang mit dem Fall hatte im Oktober 2012 der damalige CEO der Bank, Hans Rudolf Matter, den Hut genommen. Noch ungelöst ist auch der Steuerstreit mit den USA.

(SDA)

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