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«Ein Kapitalist mit dem Herzen am richtigen Fleck»

Sergio Ermotti übernimmt die UBS-Führung von Oswald Grübel. Der 51-Jährige verfügt über internationale Erfahrung – und er ist mit dem Investmentbanking vertraut. Ehemalige Weggefährten loben ihn.

Seit dem FRühling bei der UBS: der 51-jährige Tessiner Sergio Ermotti.
Seit dem FRühling bei der UBS: der 51-jährige Tessiner Sergio Ermotti.
Keystone

Auf dem Chefsessel der UBS sitzt Samstag interimistisch der 51-jährige Tessiner Sergio Ermotti. Der Top-Banker hatte in den USA und Italien Karriere gemacht, bevor vor knapp einem Jahr sein Wechsel zur UBS bekannt wurde. Seit dem Frühling leitete Ermotti bei der UBS die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika. In dieser Aufgabe leitete er Aktivitäten, die sich über alle Geschäftsfelder – Vermögensverwaltung für Privatkunden und für institutionelle Kunden sowie Investmentbanking – erstrecken.

Wie der zurückgetretene Oswald Grübel kennt der interimistische UBS-Chef das Investmentbanking gut. Seinen Anfang in der Finanzwelt machte der Schweizer 1987 bei der US-amerikanischen Merril Lynch, wo er 18 Jahre lang arbeitete. Dort war er zuletzt Co-Leiter des globalen Aktiengeschäfts.

«Viel Durchsetzungsvermögen»

Financier Titto Tettamenti hält viel vom neuen UBS-Chef. «Wenn ein Schweizer den rauen Sitten des US-Investmentbanking gewachsen ist, muss er schon viel Durchsetzungsvermögen haben», sagt Tettamenti zur «SonntagsZeitung». Ermotti sei «ein Kapitalist mit dem Herzen am richtigen Fleck». Mit seiner Abfindung von Unicredit hat er eine gemeinnützige Stiftung gegründet.

Thomas Matter, Chef der Neuen Helvetischen Bank, hat unter Sergio Ermotti gearbeitet. In der «SonntagsZeitung» nennt er seinen ehemaligen Chef «einen super Typ, gradlinig und integer». Der Tessiner sei für ihn ein Vorbild.

Frühe Gerüchte um Grübels Nachfolge

Bei der italienischen Unicredit, wie die UBS eine der grössten Banken der Welt, arbeitete er ab 2005 und stieg bis zum stellvertretenden Konzernchef auf. Zur UBS kam er, nachdem er 2010 das Rennen um die Konzernführung der italienischen Grossbank gegen den Italiener Federico Ghizzoni verloren hatte.

Neben seiner Tätigkeit bei der UBS ist Ermotti noch Verwaltungsratspräsident der Tessiner Fluggesellschaft Darwin Airlines.

Schon mit seinem Einstieg bei der UBS begannen die Gerüchte, er würde dereinst Grübel als Chef beerben. Daneben wurde auch der Chef der Investmentbank, der 44-jährige Carsten Kengeter, von Beobachter als Anwärter auf den Chefposten gehandelt.

Weitere Kandidaten im Rennen

Kengeters Position könnte aber durch den Milliardenverlust in London von der vorigen Woche geschwächt worden sein. Das 2,3- Milliarden-Dollar-Fiasko geschah in seinem Verantwortungsbereich.

Im Rennen um Grübels Nachfolge ist vergangene Woche zudem der Name Hugo Bänziger, der Risikoverantwortlicher bei der Deutschen Bank ist, ins Spiel gebracht worden. Ebenfalls Teil der Nachfolgespekulationen ist Axel Lehmann, der bereits UBS- Verwaltungsrat ist und im Topmanagement des Versicherers Zurich Financial Services sitzt.

SDA/kpn/pbe

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