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Erste Schweizer Bank schafft Bankgeheimnis ab

Wer ein Konto bei der genossenschaftlichen WIR Bank eröffnen will, muss aufs Bankgeheimnis verzichten. Auch bestehende Kunden sind bald nicht mehr geschützt.

Betreibt ein Komplementärwährungssystem: WIR Bank in Basel. (Archivbild Keystone/Georgios Kefalas)
Betreibt ein Komplementärwährungssystem: WIR Bank in Basel. (Archivbild Keystone/Georgios Kefalas)

Die WIR Bank Genossenschaft schafft das Bankkundengeheimnis ab. Neukunden sollen ab sofort darauf verzichten, bestehende Kunden sollen bis Ende 2017 eine Verzichtserklärung abgeben, wie die Nachrichtenagentur AWP unter Berufung auf die WIR Bank schreibt.

«Ein grosser Teil unserer KMU-Kunden hat diesen Schritt ohnehin bereits getan», erklärt WIR-Bank-Sprecher Volker Strohm auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Auch die von der Bank angebotenen Produkte seien auf steuerehrliche Kunden ausgelegt. Diese seien ausschliesslich in der Schweiz domiziliert.

Grösstes «Komplementärwährungssystem»

Das Bankkundengeheimnis richte sich gegen ausländische Steuerbehörden, argumentiert die WIR Bank. Sie selber sei aber auf den Schweizer Markt konzentriert. Folglich ergebe es keinen Sinn, am Bankgeheimnis festzuhalten. Das Geheimnis sei auch «unzeitgemäss». Die Genossenschaft weist aber ausdrücklich darauf hin, dass der Persönlichkeits- und der Datenschutz weiterhin gelten.

Die WIR Bank unterhält laut eigenen Angaben das grösste «Komplementärwährungssystem» der Welt. Im Unterschied zu einer Alternativ- oder Parallelwährung wie Bitcoin, ist die WIR-Währung als Ergänzung zum Franken gedacht. «Man wechselt nicht einen Franken gegen ein WIR ein. Ein WIR entspricht einem Franken. Es gibt keinen Handel», erklärt Strohm. Die Währung entsteht durch Geldschöpfung, wenn die Bank eine Finanzierung organisiert.

Die WIR Bank gibt sich auch einen neuen Auftritt und bietet zudem verschiedene neue digitale Produkte an.

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