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EU-Aufsichtsbehörden: Boni-Regelung in Sicht

In London stehen die Chefs der europäischen Bankenaufsichten angeblich kurz davor, Bonuszahlungen massiv zu beschränken. Drei Staaten wehren sich vehement.

Grossbritannien wehrt sich für seine Banken: Londoner City (Archivbild).
Grossbritannien wehrt sich für seine Banken: Londoner City (Archivbild).

Die Experten der verschiedenen nationalen Finanzaufsichten stehen offenbar kurz davor, eine Obergrenze für Bonuszahlungen zu beschliessen. Das berichtet die «Financial Times» am Donnerstag. In London debattieren seit gestern Mittwoch Vertreter der Finanzaufsichtsbehörden der 27 EU-Staaten über den Umgang mit Boni. Die EU hatte im Sommer den Grundsatzentscheid gefällt, variable Vergütungen in irgend einer Form einzuschränken.

Laut dem Wirtschaftsblatt stehen die Verhandlungspartner nun kurz davor, sich auf ein Modell zu einigen: Boni sollen künftig nur noch die Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Grundsalär betragen. Die Höhe dieses Prozentsatzes werde die jeweilige nationale Aufsichtsbehörde aufgrund des Umgangs der Bank mit Risiken festlegen. Mit anderen Worten: Banken, die angesichts ihres Risikomanagements in den Augen der Aufsicht zu hohe Löhne bezahlen, müssen mit einer strengen Bonusgrenze rechnen. Weiter soll ein Grossteil der Bonuszahlungen für drei Jahre gesperrt bleiben.

Verhandlungen mit Finanzindustrie

Laut der «Financial Times» wehren sich vor allem Frankreich, Grossbritannien und Spanien gegen das Bonus-Korsett. Die Vertreter dieser Staaten fürchten demnach, dass sich die EU mit der Regelung einen Wettbewerbsnachteil einhandle. Die neuen Regeln würden sämtliche Banken mit einem Hauptsitz in einem EU-Staat betreffen, ebenso die europäischen Filialen aussereuropäischer Banken.

Der definitive Entscheid der Experten wird am späten Donnerstag erwartet. Er wird dann die Basis für intensive Diskussionen mit Vertretern der Finanzbranche sein.

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