Ex-Banker von HSBC Suisse im Steuerstreit verurteilt

Der 68-jährige Mann in Kaderposition hat seine Schuld vor einem Pariser Gericht eingestanden.

Steuerbetrug in grossem Stil: Die HSBC ist in Frankreich schon zur Kasse gebeten worden. (Keystone/Rémy de la Mauvinière/Archiv)

Steuerbetrug in grossem Stil: Die HSBC ist in Frankreich schon zur Kasse gebeten worden. (Keystone/Rémy de la Mauvinière/Archiv)

In der französischen Hauptstadt wurde im Januar ein Schweizer Ex-Banker von HSBC Suisse wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in tausenden Fällen in den Jahren 2006 und 2007 verurteilt. Dies geht aus dem Gerichtsentscheid hervor, über den die Nachrichtenagenturen Bloomberg und AFP am Mittwoch berichteten.

Der 68-jährige ehemalige Chef von HSBC Private Bank hat im Rahmen eines Schuldeingeständnisses eine Strafe von 500'000 Euro (rund 545'000 Franken) und eine einjährige Bewährungsstrafe wegen Verschleierung von Steuerbetrug und illegalem Anwerben von in Frankreich ansässigen Personen akzeptiert.

Das Pariser Gericht hat die Strafe, die von der Finanzstaatsanwaltschaft als Alternative zu einem Prozess vorgeschlagen worden war, am 29. Januar genehmigt. Sie wird daher nicht in das sogenannte Bulletin Nr. 2 des Strafregisters eingetragen.

HSBC zahlte bereits 300 Millionen Euro in Frankreich

Die Schweizer Tochter des britischen Geldhauses HSBC, der fünftgrössten Bank der Welt, hatte bereits 2017 in Frankreich 300 Millionen Euro gezahlt, um sich im Steuerstreit zu einigen. Die französische Verwaltung schätzte damals, dass mindestens 1,67 Milliarden Euro mit Hilfe der Schweizer Bank hinterzogen wurden.

Die Verfahren in diversen Ländern gehen auf den Fall Hervé Falciani zurück. Der französisch-italienische Doppelbürger war bei HSBC in Genf als Informatiker angestellt und hatte in den Jahren 2006 und 2007 Daten von rund 15'000 Kunden gestohlen. Daraufhin hatten Behörden verschiedener Länder Ermittlungen eingeleitet.

Am Vortag war bekannt geworden, dass die Schweizer Privatbanktochter von HSBC in Belgien knapp 300 Millionen Euro zur Beilegung eines Geldwäscherei-Verfahrens bezahlen soll. Die britische Bank selbst sieht die Angelegenheit allerdings laut einem Sprecher noch nicht als abgeschlossen an. Die Einigung müsse noch vom Gericht genehmigt werden, sagte dieser genüber der Nachrichtenagentur AWP.

In weiteren Ländern wie etwa Argentinien oder Indien laufen noch Untersuchungen der Steuerbehörden. Noch nicht abgeschlossen ist für die HSBC Schweiz zudem der Steuerstreit mit den USA, wo sie als «Kategorie 1»-Bank gilt.

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