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Finanzbranche als Gewinnerin der Halbjahresbilanz

Eine erste Bilanz der Halbjahresabschlüsse der SMI-Unternehmen zeigt ein uneinheitliches Bild: Während die Finanzwerte mit unerwartet starken Ergebnissen die Investoren überzeugten, enttäuschten andere Firmen.

Nach Veröffentlichung von über drei Viertel der Halbjahreszahlen der grössten Schweizer Unternehmen, kann man feststellen, dass die Finanzbranche offenbar das Vertrauen der Anleger zurückgewonnen hat.

Die Ergebnisse von 17 der 20 SMI-Blue-Chips können insgesamt als positiv bewertet werden, wie Jérôme Schupp, Forschungsverantwortlicher bei der Genfer Privatbank Syz & Co., feststellt. Er hebt insbesondere die Performance der Banken und Pharmakonzerne hervor.

Alles in allem eine gemischte Bilanz der Semesterabschlüsse zieht Cédric Özazman, Analyst bei der ebenfalls in der Rhonestadt domizilierten Bank Reyl & Cie. Mit Ausnahme einiger weniger Unternehmen seien die Zahlen nicht ausserordentlich gut. Sieben positiven Abschlüssen stünden elf negative gegenüber.

Finanzwerte an der Spitze

Beide Experten lobten die Abschlüsse der Unternehmen aus der Finanzbranche, insbesondere von UBS und Credit Suisse. Die beiden Grossbanken profitierten von einer starken Zunahme ihres Geschäftsgangs und diversen Restrukturierungsmassnahmen, etwa dem Abbau von Arbeitsplätzen, erklärt Schupp.

Credit Suisse erzielte im ersten Semester einen Reingewinn von 2,348 Milliarden Franken. Das ist ein im Vergleich zu den 832 Millionen Franken der Vorjahresperiode ein fast dreimal höherer Wert. Bei der UBS stieg der Reingewinn innert Jahresfrist von 1,56 Milliarden auf 1,68 Milliarden Franken.

Julius Bär weist laut Özazman trotz eines Gewinneinbruchs um 30 Prozent eine solide Performance aus, die über den Erwartungen der Analysten liegt. Die Titel der drei Bankinstitute lägen mit ihrer Performance seit Jahresbeginn bei über 30 Prozent. Nach mehreren schwierigen Jahren seit Beginn der Finanzkrise 2008 würden die Investoren vermutlich davon ausgehen, dass das Schlimmste vorbei sei und für die Zukunft mit guten Zahlen rechnen. Dies lasse die Aktienkurse der Banktitel steigen, so Özazman.

Pharma und Luxus solide

Die Aktien der Pharmakonzerne Roche und Novartis, die bezüglich Kapitalisierung fast 40 Prozent des SMI ausmachen, wiesen aufgrund ihres hohen Innovationsgrades ebenfalls eine solide Performance aus, wie Schupp betont.

Roche steigerte den Umsatz um 4 Prozent auf 23,3 Milliarden Franken und den Gewinn um 40 Prozent auf 6,05 Milliarden Franken. Novartis legte beim Umsatz um 2 Prozent auf 28,5 Milliarden Dollar zu und beim Reingewinn um 1 Prozent auf 4,97 Milliarden Dollar.

Die Titel von Luxusgüterkonzernen wie Swatch und Richemont legten ebenfalls zu. Trotz eines verlangsamten Wachstums in China würden diese Konzerne vom Rückgang des Gold- und Silberpreises profitieren, erklärt Özazman. Swatch steigerte den Umsatz um 8,7 Prozent auf 4,18 Milliarden Franken und den Reingewinn um 6,1 Prozent auf 768 Millionen Franken.

Nestlé und ABB enttäuschen

Das andere Bluechips-Schwergewicht Nestlé enttäuschte hingegen die Investoren mit einem Reingewinn von 5,1 Milliarden Franken (+3,7 Prozent) und einem Umsatz von 45,2 Milliarden Franken (+5,3 Prozent). Der Nahrungsmittelmulti litt im ersten Semester unter einem niedriger als erwarteten organischen Wachstum. Dies trotz sinkender Preise in Europa und bedeutender Marketingausgaben, mit denen der Konzern ein anhaltendes Volumenwachstum anstrebt, wie Schupp feststellt. Der Konzern enttäuschte jedoch mit verlangsamtem Wachstum in Ländern wie China und Brasilien.

Dieses Phänomen ist auch bei ABB feststellbar. Die Auftragseingänge stagnierten bei 40,2 Milliarden Dollar. Die Margen des Elektrotechnik-Konzerns erodierten aufgrund der starken Konkurrenz aus China, stellt Özazman fest.

Laut dem Analysten von Reyl & Cie. ist die Entwicklung in den Schwellenmärkten kein Garant mehr für eine starke Position. Die Investoren gingen davon aus, dass eine Erholung von den europäischen Märkten ausgehen werde. Özazman verweist etwa auf spektakuläre Kurserholungen im Juli bei einigen Titeln, etwa jenen des Automobilkonzerns Peugeot, die um knapp 52 Prozent zulegten. Beide Analysten gehen davon aus, dass Europa Zeichen einer Stabilisierung zeigt, auch wenn ein Aufschwung noch nicht in Sicht ist.

SDA/rub

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