Für ihr Preisschlamassel hat die Swiss einen Schuldigen: Den Computer

Der Fluggesellschaft eilt es offenbar nicht, die Ungleichbehandlung von Schweizer Kunden gegenüber Deutschen zu beenden.

Erich Bürgler@sonntagszeitung

«Der Computer sagt Nein.» Das war der immer wiederkehrende Satz einer Figur aus der britischen Comedy-Show «Little Britain». Eine stets schlecht gelaunte Reisebüroangestellte wimmelte sämtliche Wünsche ihrer Kunden mit dieser Begründung ab und zuckte dabei mit ihren Schultern. Schuld am miesen Service war immer der Computer.

Das Verhalten der Airline Swiss erinnert an die unfreundliche Dame. Reisende, die auf der Internetseite der Swiss buchen, bezahlen mitunter viel höhere Preise als Kunden auf dem Portal von Lufthansa. Und zwar für die genau gleichen Flüge.

«Die Swiss droht damit ihren Sympathiebonus bei Schweizer Kunden zu verspielen.»

Die Swiss hat den Schuldigen für Preisdifferenzen von mehreren Hundert Franken ausgemacht: Es ist der Computer. Die unterschiedlichen Informatik-Systeme von Lufthansa und Swiss seien noch nicht hinreichend aufeinander abgestimmt. Das ist eine erstaunliche Aussage. Lufthansa hat die Swiss im Jahr 2005 übernommen. In 14 Jahren soll es die Airline nicht auf die Reihe bringen, ihre Informatik so aufzustellen, dass alle Kunden gleichbehandelt werden? Entweder sind die Verantwortlichen unfähig, oder sie haben es angesichts der hohen Kaufkraft ihrer Schweizer Kunden mit einer Lösung des Problems überhaupt nicht eilig.

Die Swiss droht damit ihren Sympathiebonus bei Schweizer Kunden zu verspielen. Obwohl das Unternehmen längst in ausländischer Hand ist, steht es für viele immer noch für Swissness.

Nur verständlich, wenn nun so mancher bisherige regelmässige Besucher von Swiss.com seine Gewohnheiten ändert. Statt bei der Swiss buchen diese Kunden dann halt bei einer der zahlreichen Reisesuchmaschinen. Dort funktioniert die Informatik im Gegensatz zu derjenigen der Swiss wahrscheinlich einwandfrei. Dabei buchen aber bestimmt nicht alle Reiselustigen bei einer Airline der Lufthansa-Gruppe.



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