Galenica schreibt 2013 ein Glanzresultat

Der Berner Medikamentenhersteller und Apothekenbetreiber Galenica hat 2013 erneut mehr verdient. Der Reingewinn stieg im Vergleich zu 2012 um nicht weniger als 21,1 Prozent auf 334,8 Millionen Franken.

Galenica konnte die Profitabilität auch 2013 steigern.

Galenica konnte die Profitabilität auch 2013 steigern.

(Bild: Susanne Keller)

Das Berner Pharmaunternehmen Galenica ist mit seinem Mischkonzept erfolgreich. Der Konzern, der eigene Medikamente herstellt, Apotheken betreibt, in der Logistik tätig ist und Software anbietet, konnte den Gewinn im vergangenen Jahr erneut deutlich steigern.

Der Reingewinn stieg um nicht weniger als 21,1 Prozent auf 334,8 Millionen Franken. Allerdings trugen zwei Sondereffekte, eine geänderte Rechnungslegungsnorm und ein einmaliger Steuereffekt, wesentlich zum Gewinnanstieg bei. Auch ohne diese beiden Faktoren hätte Galenica jedoch unter dem Strich noch 7,8 Prozent mehr verdient.

Umsatz um 2 Prozent erhöht

Auch rein operativ konnte das Unternehmen die Profitabilität steigern. Das Betriebsergebnis (Ebit) verbesserte sich um 11,0 Prozent auf 390,6 Millionen Franken, wie Galenica am Dienstag mitteilte. Ein Teil der Zunahme ist allerdings auch hier auf die Änderung in der Rechnungslegung zurückzuführen. Ohne diesen Effekt wäre das Betriebsergebnis um 5,1 Prozent gestiegen.

Der Umsatz erhöhte sich um 2,0 Prozent auf 3,36 Milliarden Franken, wie das Unternehmen bereits im Januar mitgeteilt hatte. Firmenchef David Ebsworth bezeichnete dieses Wachstum am Dienstag vor den Medien als «solide», insbesondere in Anbetracht des «schwierigen Umfelds». Dieses sei von einem starken Wettbewerb und anhaltendem Preisdruck geprägt gewesen, hatte Galenica bereits im Januar mitgeteilt.

Wachstum dank Eisenpräparat

Das Wachstum kam primär durch das Pharmageschäft, also das Geschäft mit eigenen Medikamenten, und den Betrieb der Apothekenketten zustande. Der Umsatz mit eigenen Medikamenten stieg um 4,6 Prozent auf 662,7 Millionen Franken. Wachstumstreiber im Pharmageschäft war erneut das Eisenpräparat Ferinject, dessen Verkaufsvolumen um 37 Prozent zunahm.

Ein besonders starkes Absatzwachstum von 44 Prozent wurde in Grossbritannien und Irland erzielt. In der Schweiz, wo das Produkt seit einigen Jahren auf dem Markt ist, verkaufte Galenica 13,2 Prozent mehr Ferinject.

Das Medikament dürfte auch in Zukunft für wachsende Umsätze sorgen. 2013 wurde Ferinject in 15 weiteren Ländern zugelassen und darf damit mittlerweile in 58 Ländern verkauft werden. Die wichtigste Zulassung war diejenige für den amerikanischen Markt, die Galenica vergangenen Juli von der amerikanischen Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) erhielt.

Kurz nach Erhalt der Zulassung wurde das Medikament, das in den USA unter dem Namen Injectafer vermarktet wird, auf dem amerikanischen Markt eingeführt. Zwar brauche es nach wie vor Zeit, um das Wissen über Eisenmangel aufzubauen, sagte Firmenchef Ebsworth am Dienstag. Er sei jedoch zuversichtlich, dass Galenica mit dem Medikament in den USA einen grossen Erfolg erzielen werde.

16 zusätzliche Apotheken

Der Umsatz, den Galenica aus dem Betrieb von Apothekenketten erzielte, stieg im vergangenen um 4,8 Prozent auf 1,25 Milliarden Franken. Galenica betreibt in der Schweiz 312 eigene und 171 Partnerapotheken. Zum Netzwerk zählen unter anderem die Apotheken von Amavita und Sunstore.

Dass der Umsatz in diesem Geschäftsbereich gestiegen ist, ist auch auf Expansionsaktivitäten zurückzuführen. Insgesamt betreibt Galenica mittlerweile 16 Apotheken mehr als noch ein Jahr zuvor. «In der Schweiz haben wir mit Apotheken knapp einen Drittel Marktanteil», sagte Ebsworth am Dienstag.

Ein leichtes Wachstum von 0,8 Prozent erzielte Galenica im umsatzmässig wichtigsten Geschäftsbereich, der Bereitstellung der Logistik für Apotheken, Ärzte, Drogerien und Spitäler. In diesem Geschäftsbereich hätte man zusätzliche Kunden gewinnen können, sagte Ebsworth.

Deutlich geschrumpft ist dagegen das Geschäft mit Software für den Gesundheitsbereich. In diesem Bereich verzeichnete Galenica einen Umsatzrückgang um 15,5 Prozent. Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod erklärte dies an der Medienkonferenz mit den veränderten Marktbedingungen: «Dieser Markt war am Anfang sehr stark reguliert, nun ist es ein freier Markt. Wir brauchen etwas Zeit, um uns in diesem durchzusetzen».

Gewinnmitnahmen sorgen für Kurseinbruch

Trotz der guten Resultate sank der Kurs der Galenica-Aktien am Nachmittag um 4,3 Prozent. Zwischenzeitlich war der Kurs um über 6 Prozent eingebrochen. Nach dem starken Kursgewinn im Vorjahr seien Gewinnmitnahmen verständlich, sagte ein Händler. Im vergangenen Jahr war der Kurs der Galenica-Aktien um fast 70 Prozent gestiegen.

Die langfristigen Aktionäre dürften trotz Kurseinbruch ebenfalls profitieren - von einer höheren Dividende. Anlässlich der Generalversammlung werde der Verwaltungsrat den Aktionären eine Erhöhung der Dividende von 11 auf 14 Franken pro Namenaktie vorschlagen, teilte Galenica am Dienstag mit.

js/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt