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Rettung hier, Jobverlust dort

Seit Ende März 2015 steckt die Mopac in der Nachlassstundung. Nun scheint es, als sei ein Teil der Firma gerettet: Der Berner Unternehmer Hans-Ulrich Müller prüft ein finanzielles Engagement. Trotzdem droht eine Massenentlassung.

Die Lastwagen der Mopac werden wohl auch künftig im Einsatz sein.?Die Firma wird aber kräftig Federn lassen müssen.
Die Lastwagen der Mopac werden wohl auch künftig im Einsatz sein.?Die Firma wird aber kräftig Federn lassen müssen.
Thomas Peter

Es ist eine gute Nachricht – grundsätzlich. Am frühen Dienstagabend teilte Sachwalter Fritz Rothenbühler mit, dass für die kriselnde Verpackungsfirma ­Mopac mit Standorten in Wasen und Eriswil eine Auffanglösung in Sicht sei.

Der Berner Unternehmer und Credit-Suisse-Banker Hans-Ulrich Müller springt einmal mehr in die Bresche, wenn ein Industriebetrieb in massiven Schwierigkeiten steckt. In jüngster Vergangenheit hat er etwa auf dem Areal der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil den Bernapark gegründet und so Arbeitsplätze erhalten.

Laut Rothenbühler sei Müller bereit, ­finanziell einzusteigen, «sofern die wichtigen Kunden der Mopac auch in Zukunft treu bleiben und bereit sind, für die qualitativ hochstehenden Produkte und den Service aus dem Emmental einen angemessenen Preis zu ­bezahlen». In den nächsten Wochen werde man deshalb mit Kunden und Lieferanten ­Gespräche führen.

60 Angestellte dürfen hoffen

Jedoch, und das ist die negative Botschaft in der eigentlich positiven Meldung, werden nur Teile der Verpackungsfirma gerettet werden können. Die Rede ist von rund einem Drittel der heute 170 Angestellten, die ihren Job behalten könnten.

Die anderen müssen ab September im Rahmen einer voraussichtlichen Massenentlassung mit dem Schlimmsten rechnen. Falls die Preisverhandlungen mit Kunden und Lieferanten besser als erwartet ausfallen, könnten auch deutlich mehr als ein Drittel der Jobs gerettet werden.

Die Mopac beschäftigt sehr viele ungelernte und angelernte Arbeitskräfte. Dass nun viele von ihnen bald ohne Job dastehen dürften, ist für den Wirtschaftsstandort Sumiswald eine Hiobsbotschaft.

Viele erfolglose Gespräche

Fritz Rothenbühler erklärt in der Mitteilung, weshalb es nicht gelungen sei, einen Investor zu ­finden, der die ganze Mopac hätte übernehmen können oder wollen: «Als Hindernis wurden immer wieder der hohe Frankenwechselkurs, das margenschwache Geschäft, die geografische Lage in einer Randregion sowie die problematische Fabrikliegenschaft in Wasen genannt.»

Seit Beginn der Nachlassstundung habe man über 150 potenzielle Geldgeber aus dem In- und Ausland kontaktiert. «Mit 15 Inter­essenten konnten in der Folge ­konkrete Gespräche geführt ­werden.»

Nachdem es zu keiner unterschriftsreifen Lösung gekommen sei, habe er in den letzten Wochen die Gespräche mit Hans-Ulrich Müller konkretisiert, so Rothenbühler weiter.

Fokus auf höhere Margen

Aus Rothenbühlers Aussagen geht hervor, dass die neue Mopac deutlich schlanker sein soll als die bestehende Firma. Man werde sich in Zukunft auf Spezialitäten und hochwertige Produkte aus den drei Bereichen technische Verpackungen, Lebensmittelverpackungen und Mopacan konzentrieren. Letzteres – eine Konservendose aus Kunststoff – ist eine ­Erfindung der Mopac, der auf dem Markt einiges Potenzial zugetraut wird.

Mit der ­Fokussierung auf diese margenstärkeren Produkte erhofft sich das Management offenbar, in der Verpackungsbranche langfristig einen ­Nischenplatz ergattern zu können. An der bisherigen Geschäftsleitung soll festgehalten werden.

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