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Heineken streicht in der Schweiz 150 Stellen

Wegen der Übernahme der Luzerner Eichhof-Brauerei durch den holländischen Bierkonzern verschwinden in Chur 40 und in Winterthur 50 Stellen. Bis Mitte 2010 werden weitere 60 Arbeitsplätze abgebaut.

Gut zwei Monate nachdem die Wettbewerbskommission (Weko) grünes Licht für die Übernahme der Luzerner Brauerei Eichhof durch den niederländischen Brauereiriesen Heineken gegeben hat, kommt es in der Schweiz zu einem massiven Stellenabbau.

Beim Zusammengehen von zwei gleichartigen Unternehmen gebe es Doppelspurigkeiten, schreibt Heineken. Im wettbewerbsintensiven Schweizer Markt habe Heineken Switzerland langfristig nur Erfolg, wenn das Optimierungspotenzial rasch und vollständig realisiert werde.

Etappenweiser Abbau

Insgesamt plant Heineken bis Mitte 2010 schweizweit den Abbau von bis zu 15 Prozent der Arbeitsplätze oder rund 150 Stellen, wie Heineken Switzerland-Sprecher Urs Knapp auf Anfrage erklärte. Der Stellenabbau soll möglichst über natürliche Fluktuationen erfolgen. Entlassungen werden jedoch nicht ausgeschlossen.

Heineken Switzerland will im ersten Halbjahr 2009 in einem ersten Schritt die zentralen Funktionen in Luzern zusammenlegen, um die Abläufe und die Organisationsstrukturen zu optimieren. Zur Höhe der daraus resultierenden Synergien macht Heineken keine Angaben.

Durch die Verlegung des Hauptsitzes nach Luzern kommt es bis Juni 2009 zum Abbau von rund 40 Stellen in Chur und rund 50 Stellen in Winterthur. In Luzern steigt die Zahl der Mitarbeitenden um 25 auf neu 320 Vollzeitbeschäftigte. Betroffen vom Abbau sind laut Mitteilung hauptsächlich Managementfunktionen.

Weiterhin in Chur angesiedelt bleiben rund 130 Arbeitsplätze in der Produktion, Distribution und im Verkauf. In Winterhur bleiben rund 80 Vollzeitstellen im Verkauf, in der Distribution sowie im Kundenservice. In der Folge sollen bis Mitte 2010 weitere rund 65 Stellen in der ganzen Schweiz gestrichen werden.

Enttäuschung in Chur und Winterthur

Die Luzerner Regierung zeigte sich hocherfreut über die Verlegung des Heineken-Hauptsitzes nach Luzern. Die aktiven Bemühungen von Kanton und Wirtschaftsförderung hätten sich gelohnt, sagte Regierungsrat Max Pfister auf Anfrage.

Die Bündner Regierung ist enttäuscht über den Stellenabbau von Heineken in der Bündner Hauptstadt. Bei drei Standorten könne es letztlich nur einen Gewinner geben, sagte der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel auf Anfrage. Luzern sei vermutlich wegen der Nähe zum Flughafen Zürich und wegen des Arbeitsmarktes in der Innerschweiz zum Hauptsitz gewählt worden.

Winterthurs Stadtpräsident Ernst Wohlwend bedauerte den Entscheid. Ausschlaggebend in den Verhandlungen seien die Steuergeschenke gewesen, die Luzern machen könne, sagte Wohlwend auf Anfrage.

Die Gewerkschaft Unia zeigte sich am Dienstag über den massiven Stellenabbau empört. Der Bierkonzern versuche damit die Kosten der Übernahme der Eichhof-Gruppe ohne Rücksicht und im Schnellzugs- Tempo wieder hereinzuholen. Unia fordert von Heineken umgehend Gespräche über den geplanten Stellenabbau.

Fast 97 Prozent der Aktien angedient

Wie Heineken weiter mittteilte, sind Heineken Switzerland inzwischen 96,54 Prozent aller Eichhof-Aktien angedient worden. Die vollständige rechtliche Integration der Eichhof Getränke-Gesellschaften in Heineken Switzerland werde voraussichtlich Ende 2008 abgeschlossen sein.

Mit der Übernahme von Eichhof kann Heineken den Marktanteil in der Schweiz gemäss eigenen Angaben von bisher 13 auf rund 23 Prozent steigern. Der dänische Marktführer Carlsberg/Feldschlösschen deckt rund 40 Prozent des Schweizer Markts ab.

ap/sda/vin

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