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Hippe Label – unfaire Produktion

Die meisten Modelabels lassen ihre Artikel in Billiglohnländern produzieren: Eine neue Umfrage zeigt, welche Modehäuser soziale Standards bei den Arbeitsbedingungen vernachlässigen.

Fehlende Transparenz und Kontrolle: Westliche Modelabels produzieren oft in Billiglohnländern in Asien.
Fehlende Transparenz und Kontrolle: Westliche Modelabels produzieren oft in Billiglohnländern in Asien.

Gemäss einer aktuellen Umfrage der Erklärung von Bern (EvB) legt die Textilindustrie nach wie vor zu wenig Wert auf soziale Standards in den Produktionsländern. In Bangladesh müsste eine Näherin bei einer 6-Tage-Woche unmögliche 29 Stunden am Tag arbeiten, um sich bei einem Stundenlohn von 48 Rappen ihr Leben finanzieren zu können.

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) EvB verglich mittels Umfragen und Internetrecherchen bei 77 Modelabels die Standards der Arbeitsbedingungen. Dazu legte die NGO vier verschiedene Einstufungen fest – von «Fortgeschrittene» bis zu «Verweigerer » (siehe Box). Die Umfrage, die der «SonntagsZeitung» exklusiv vorliegt, zeigt, dass nur vier der Unternehmen die höchste Stufe erreichen.

Schweizer mit Vorbildcharakter

Am besten schnitten vier Schweizer Unternehmen ab: Switcher, Remei, Odlo und Mammut. Bei der Lausanner Firma Switcher lässt sich der Herstellungsweg jedes Artikels genau auf der Webseite verfolgen. Gemäss der «SonntagsZeitung» ist Switcher Mitglied bei der Verzifizierungsinitiative Fair Wear Foundation, die von Businessvertretungen, Gewerkschaften und NGO's gemeinsam geführt wird.

Nebst ein paar fortschrittlichen Firmen, gibt es eine Reihe von Modelabels, die zwar Auskunft über ihre Verhaltenskodexes geben, diese sind jedoch mangelhaft. So auch bei der Dübendorfer Firma Zebra, die offiziell einen Verhaltenskodex auf der Webseite präsentiert. Die Modekette gibt darin aber unpräzise Angaben in punkto Arbeitszeit. Der Kodex garantiert auch keine Existenzlöhne. Zebra verspricht gegenüber der «Sonntags Zeitung» Besserung: Man habe im Einkauf viele Umstrukturierungen hinter sich und wolle sich nun des Themas annehmen: Die Firma verspricht, nächstes Jahr mit einem neuen Einkaufschef das Thema anzugehen.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass insbesondere bei Street Wear Labeln und Billigmodeketten wenig auf soziale Standards geachtet wird. Die Unternehmen Chicoréé oder Y.Yendi beispielsweise verweigerten Angaben darüber, wie fair ihre Produktion ist.

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