Horrorwerbung von Spotify verboten

Der Musikstreamingdienst Spotify hat einen derart gruseligen Werbespot geschaltet, dass dieser nun verboten wurde. Dieser würde Kinder verängstigen.

Zu gruselig für junge Nutzer: Horrorpuppe im Werbespot von Spotify.

Zu gruselig für junge Nutzer: Horrorpuppe im Werbespot von Spotify.

(Bild: Youtube)

Caroline Freigang@c_freigang

Der Werbespot fängt harmlos an: Eine junge Frau und ein Mann stehen in einer Küche, er hält eine Kanne frisch gebrauten Filterkaffee in der Hand. Eine weitere junge Frau schlurft in Pyjama und Socken in die Küche: «Könnt ihr die Aufwach-Playliste anmachen?» Der Song «Havana» von Camila Cabello fängt an zu spielen. Das Lied weckt nicht nur die WG, sondern auch eine Horrorpuppe auf.

Diese terrorisiert in Folge jeden im Clip, der es wagt, das Lied «Havana» abzuspielen: Sie erscheint im Schlafzimmer, in der Dusche, im dunklen Gang der Wohnung. Am Ende versucht die junge Frau den Mann daran zu hindern, ein weiteres Mal auf Abspielen zu drücken – dann schiebt sich die weisse Hand der Horrorpuppe ins Bild und drückt auf «Play». Der Werbeclip des Musikstreamingdienstes Spotify endet mit den Worten: «Killer-Songs, denen du nicht entkommen kannst.»

«Dient dazu, Kinder zu erschrecken»

Der Spot wurde in Grossbritannien auf Youtube ausgestrahlt. Nun verbot die britische Behörde Advertising Standards Authority (ASA) diesen – nachdem sich Eltern beschwert hatten, dass die Werbung ihr Kind verängstigt habe. Ausserdem sei die Werbung auf einem Youtube-Kanal vor einem Computerspiel gezeigt worden, das sich vor allem an jüngere Nutzer richte.

Die betreffende Werbung:

Die ASA teilte mit, die Kulisse und die Ereignisse im Video dürften besonders junge Zuschauer erschreckt haben. Die implizite Gewalt im Clip, die Musik, die Reaktionen der Charaktere und die abrupte Art, mit der die Puppe auftaucht, dienten dazu, Kinder zu erschrecken, so ASA.

«Die Tatsache, dass die Werbung in einem Zuhause spielt und die Gruselpuppe in einer Szene in einem Schlafzimmer auftaucht, legt nahe, dass sie Kindern, die sie sehen, Angst bereiten würde», so die Erklärung. Es sei nicht klar genug aufgezeigt worden, dass es sich hierbei nicht um einen Trailer für einen Horrorfilm handle.

Spotify ist dazu angehalten, künftige Werbespots so zu gestalten, dass auch Kinder sie sehen könnten. Der Streamingdienst akzeptierte das Urteil der Behörde und teilte mit: «Wir bedauern, wenn wir mit der Werbung jemanden verängstigt haben.» Allerdings sei im Clip weder Blut noch Gewalt vorgekommen.

Horror-Trailer entfernt

Vor ein paar Wochen musste bereits der Videodienst Youtube eine Werbung entfernen – die allerdings tatsächlich für einen Horrorfilm war. Der sieben Sekunden dauernde Spot für den Horrorstreifen «The Nun» wurde Nutzern unfreiwillig vor Youtube-Videos angezeigt – und erschreckte diese derart, dass Youtube den Clip nun entfernt hat. Im Trailer erscheint eine Fratze, die aus dem Nichts auftaucht, dazu hört man ein schrilles Kreischen.

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