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IWF-Chef soll Macht missbraucht haben

Der Internationale Währungsfonds lässt untersuchen, ob sein Chef Dominique Strauss-Kahn seine Stellung im Zusammenhang mit einer sexuellen Beziehung zu einer Untergebenen missbraucht hat.

Es gebe den Vorwurf des «unangebrachten Verhaltens», zitiert das «Wall Street Journal» einen IWF-Sprecher in Washington. Alle Anschuldigungen, «insbesondere diejenigen, die mit der Direktion zu tun haben», würden sehr ernst genommen. Die Zeitung «Wall Street Journal» hatte zuvor berichtet, Strauss-Kahn stehe im Verdacht, seine Machtposition für eine sexuelle Beziehung zu einer Mitarbeiterin missbraucht zu haben.

Nach dem Bericht des «Wall Street Journal» beauftragte der IWF eine Anwaltskanzlei mit der Untersuchung. Diese drehe sich um das Verhältnis des Franzosen zu der früheren hochrangigen Mitarbeiterin der Afrika-Abteilung beim IWF, Piroska Nagy.

Die beiden sollen E-Mails über eine mögliche intime Beziehung ausgetauscht haben. Das Verhältnis habe Anfang des Jahres während einer Konferenz in Europa begonnen. Nagys Ehemann, der argentinische Ökonom Mario Blejer, der früher ebenfalls für den Währungsfonds tätig war, habe die E-Mails entdeckt.

«Habe meine Position nicht missbraucht»

Laut «Wall Street Journal» erklärte Strauss-Kahn, er arbeite mit den externen Ermittlern zusammen und werde dies auch weiter tun. Der «Vorfall, der sich in meinem Privatleben abspielte», habe sich im Januar 2008 ereignet.

«Zu keinem Zeitpunkt habe ich meine Position als Direktor des Fonds missbraucht», zitierte die Zeitung den früheren französischen Finanzminister. Die von der Kanzlei Morgan, Lewis & Bockius geführte Untersuchung soll der Zeitung zufolge bis Ende Oktober abgeschlossen sein.

Die Untersuchung geht nach Angaben des IWF-Sprechers auf den Ägypter Schakur Schaalan zurück, der seit langem dem Gouverneursrat des IWF angehört. Dieser habe von den Anschuldigungen erfahren und gefordert, deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Erinnerungen an Fall Wolfowitz

Laut «Wall Street Journal» gab Nagy ihren Posten beim IWF im August auf und arbeitet nun bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in London. Die Untersuchung gehe der Frage nach, ob sich Strauss-Kahn bei der Mitarbeiterin in irgendeine Weise erkenntlich zeigte oder sie strafte.

Der Fall weckt Erinnerungen an den früheren Weltbank-Chef Paul Wolfowitz. Dieser war im Mai vergangenen Jahres wegen des Vorwurfs der Günstlingswirtschaft zurückgetreten. Mit einer Gehaltserhöhung für seine Lebensgefährtin hatte er gegen die Regeln der Weltbank verstossen.

SDA/vin

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