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Mepha verkauft mehr Generika – und macht weniger Umsatz

Das Baselbieter Pharmaunternehmen hat seine Stellung als führender Schweizer Generika-Hersteller verteidigt. Doch der Marktanteil ging leicht zurück.

Generika von Mepha finden Absatz: Ein Mitarbeiter kontrolliert im Labor in Aesch die Lackierung von Tabletten.
Generika von Mepha finden Absatz: Ein Mitarbeiter kontrolliert im Labor in Aesch die Lackierung von Tabletten.
Keystone

Mepha erzielte im vergangenen Jahr in der Schweiz einen Umsatz von 174,5 Millionen Franken. Der neue Chef Andreas Bosshard begründete den Rückgang um 1,5 Prozent am Firmensitz in Aesch BL mit freiwilligen und staatlich verordneten Preissenkungen. Mengenmässig habe Mepha dagegen um 5,6 Prozent zulegen können, sagte er vor den Medien.

Angaben über den Gesamtumsatz, der sich 2009 noch auf 408 Millionen Franken belaufen hatte, sind von Mepha nicht erhältlich. Denn seit April 2010 gehört der Generika-Hersteller zum börsenkotierten US-Konzern Cephalon, der sein Jahresergebnis erst nächste Woche bekannt gibt. Ausser in der Schweiz verkauft Mepha seine Produkte namentlich auch in Portugal und im Baltikum sowie im Nahen und Mittleren Osten.

Marktanteil auf 36 Prozent gesunken

Auf Nachahmermedikamente entfielen in der Schweiz 2010 insgesamt 12,4 Prozent der von Apotheken, Drogerien und selbstdispensierenden Ärzten verkauften Heilmittel. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als 2009. Umsatzmässig legte der Schweizer Generikamarkt um 3,4 Prozent auf 434,9 Millionen Franken zu.

Mit einem Marktanteil von 36 Prozent konnte Mepha dabei den Spitzenplatz verteidigen. Mit einem Verlust von 1,8 Prozentpunkten verringerte sich allerdings der Vorsprung auf Sandoz als Nummer 2. Die Novartis-Tochter brachte es nach Mepha-Angaben auf einen Marktanteil von 33,7 Prozent vor Spirig mit 11,2 Prozent.

Nach Angaben des Mepha-Chefs leisteten Generika letztes Jahr im Schweizer Gesundheitswesen einen Sparbeitrag von insgesamt rund einer Milliarde Franken. Bosshard warnte dabei vor übertriebenen staatlich verordneten Preissenkungen. Solche würden das bewährte Schweizer Generika-Modell gefährden und zu Billigstmedizin durch die Hintertür führen.

Mepha lanciert Diovan-Generikum

2010 umfasste das Mepha-Sortiment 130 Produkte. Im laufenden Jahr will das Unternehmen 22 neue Medikamente anbieten, darunter auch ein Generikum für den Novartis-Kassenschlager Diovan, der heuer seinen Patentschutz verliert. Der Blutdrucksenker brachte 2010 weltweit 6 Milliarden Dollar ein und war das umsatzstärkste Medikament der Schweiz.

Für den Diovan-Nachfolger hat Mepha keine besondere Strategie ausgeheckt, man wolle jedoch beim Patentablauf bereit sein, sagte Bosshard. Es werde aber nicht die einfachste Lancierung, sagte der Firmenchef. Er geht davon aus, dass ein «gewisser Konkurrent» - gemeint ist die Novartis-Tochter Sandoz - im Vorteil ist.

Vorteile hat indes auch Mepha, indem das Unternehmen künftig von Technologien seiner neuen Eigentümerin profitieren kann. Zudem will Cephalon, die für Mepha 623 Millionen Franken bezahlt hat, einzelne ihrer Medikamente künftig in Aesch herstellen lassen.

Neues Logistikzentrum geplant

Mepha und Cephalon, die in Forschung und Entwicklung kooperieren und bereits erste gemeinsame Entwicklungsprojekte gestartet haben, planen zudem in Aesch ein gemeinsamen Logistikzentrum. Dieses soll 2013 in Betrieb gehen. Über das Investitionsvolumen wurden keine Angaben gemacht.

Bei Mepha standen letztes Jahr insgesamt 700 Vollzeitbeschäftigte auf der Lohnliste, davon 520 in der Schweiz. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass durch die wichtige Position des Unternehmens innerhalb des Konzerns neue Arbeitsplätze entstehen. Im laufenden Jahr sollen es vorerst fünf bis zehn sein.

SDA/miw

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