Mobiliar setzt auf Car-Sharing

Die Mobililiar beteiligt sich am Start-up Sharoo. Das Unternehmen will eine Onlineplattform aufbauen, über die jeder sein Auto mit anderen teilen kann.

Startet im Herbst: Das Carsahring-Unternehmen Sharoo.

Startet im Herbst: Das Carsahring-Unternehmen Sharoo.

(Bild: Screenshot/sharoo.com)

Mirjam Comtesse

Autos stehen im Schnitt 23 von 24 Stunden ungenutzt auf einem Parkplatz. Deshalb wäre es viel sinnvoller, wenn sich mehrere Leute ein Auto teilen könnten. Dieser Idee hat sich das Start-up-Unternehmen Sharoo aus Glattbrugg ZH verschrieben. Es will ab Ende Oktober Privaten und Firmen ermöglichen, ihre Fahrzeuge via Smartphone anderen auszuleihen.

«Wir gehen davon aus, dass am Anfang vor allem Leute in Ballungsgebieten mitmachen», sagt Hans-Jörg Dohrmann. Denn erfahrungsgemäss sind vor allem junge Menschen in den Städten bereit, teure Anschaffungen wie Ferienwohnungen und Autos miteinander zu teilen. Dohrmann ist Unternehmensleiter der Migros-Tochter M-way, welche die Internetplattform Sharoo entwickelt hat. M-way bietet seit 2010 Elektrofahrzeuge sowie Infrastrukturlösungen für neue Mobilität an.

Perfekt für Mobiliar

Nun beteiligt sich auch die Mobiliar an Sharoo. Die Berner Versicherung übernimmt im Rahmen einer Kapitalerhöhung 37,5 Prozent des Aktienkapitals; M-way bleibt Mehrheitsaktionärin. «Carsharing passt sehr gut zur Mobiliar», erklärt Mediensprecher Kurt Messerli. «Als Genossenschaft handeln wir verantwortungsvoll gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt. Und das Teilen fördert den sparsamen Umgang mit Ressourcen.»

Grösstmögliche Sicherheit

Aber auch zur Mobiliar als Versicherung passt das Carsharing gut. Schliesslich ist die grösste Sorge der Nutzer, dass ihr Auto Schaden nehmen könnte. Hier kann die Mobiliar spezielle Versicherungen anbieten. «Wir sammeln über Sharoo Erfahrungen mit innovativen Versicherungslösungen, neuen Vertriebsmodellen und mit moderner Internettechnologie», bestätigt Kurt Messerli. Zum Beispiel übernimmt die Mobiliar bei einem Haftpflichtschaden zusätzlich einen allfälligen Bonusverlust oder Selbstbehalt. Im Normalfall müsste dafür der Fahrzeughalter aufkommen. Auch Sharoo bemüht sich um grösstmögliche Sicherheit und Transparenz. Das Unternehmen will ein Bewertungssystem einrichten.

«Die Leute können sich gegenseitig einschätzen und sagen, wie das Teilen aus ihrer Sicht abgelaufen ist», sagt Hans-Jörg Dohrmann. Wer unter eine bestimmte Punktzahl fällt, darf kein Auto mehr mieten. «So werden schwarze Schafe schnell aussortiert.» Da die Nutzer ihren Fahrzeugausweis und ihren Führerschein angeben müssen, ist immer klar, wer wann wo welches Auto gefahren hat.

Man muss sein Auto auch nicht allen zur Verfügung stellen. «Über unsere Plattform kann zum Beispiel eine Dreier-WG ihr Auto einfach untereinander ausleihen», erklärt Hans-Jörg Dohrmann.

Ziel: Schweizweites Angebot

Neben den neuen Erfahrungen und dem Imagegewinn macht noch ein weiterer Punkt Sharoo interessant für die Mobiliar: Die Versicherung will genau dort wachsen, wo das Carsharing in nächster Zukunft besonders gefragt sein dürfte: in den Grossraumregionen Zürich und Genf. Längerfristig will Sharoo aber weiterexpandieren.

«Unser Ziel ist es, in den zehn grössten Städten möglichst schnell eine gewisse Anzahl Fahrzeuge anbieten zu können, damit wir dort attraktiv sind», sagt Hans-Jörg Dohrmann. Sharoo grenzt die Nutzer nicht ein. Jeder, der mitmachen will, kann das. «Wir möchten in zwei, drei Jahren, möglichst eine schweizweite Abdeckung erreichen», meint Dohrmann.

Berner Zeitung

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