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Murdoch zieht sich aus Verwaltungsräten zurück

Der Abhörskandal beim Medienkonzern News Corporation hat weitere Folgen: Der angeschlagene Unternehmer Rupert Murdoch gibt mehrere Ämter auf.

Konsequenzen nach dem Skandal: Rupert Murdoch und seine Frau Wendi Deng beim Treffen der Technologie- und Medienmogule in Sun Valley. (12. Juli 2012)
Konsequenzen nach dem Skandal: Rupert Murdoch und seine Frau Wendi Deng beim Treffen der Technologie- und Medienmogule in Sun Valley. (12. Juli 2012)
Keystone

Der umstrittene Medienunternehmer Rupert Murdoch verlässt den Verwaltungsrat seiner britischen Zeitungsholding News International sowie einige weitere Positionen bei seinen dortigen Zeitungstiteln. Der 81-Jährige bleibt den Angaben zufolge aber an der Spitze des Mutter-Unternehmens News Corporation, das in den USA ansässig ist.

«Dies ist lediglich eine unternehmerische Aufräum-Aktion vor der Teilung des Unternehmens», sagte ein News-International-Sprecher am Wochenende. Demnach zog sich Murdoch auch aus den Verwaltungsräten von Tochterunternehmen in den USA, Australien und Indien zurück.

Der Murdoch-Konzern News Corporation soll in zwei separate börsennotierte Gesellschaften aufgegliedert werden. Dabei werde das profitablere Film- und Fernsehgeschäft vom zuletzt schrumpfenden Verlagsgeschäft getrennt. Murdoch selbst soll Verwaltungsratspräsident beider Firmen werden und den Unterhaltungsbereich auch als Konzernchef leiten. Wer im Management der Printsparte an die Spitze rücken soll, blieb offen.

Riesieger Medienskandal

In den USA gehören dem Murdoch-Imperium unter anderem der ultrakonservative Fernsehsender Fox News sowie die Zeitung «The Wall Street Journal». In Grossbritannien befinden sich unter anderen die Zeitungen «The Sun», «The Times» und «The Sunday Times» im Besitz des australischen Medienmoguls.

Murdoch und sein Medienkonzern waren im vergangenen Jahr wegen eines Abhörskandals in Grossbritannien in die Kritik geraten. Dass Mitarbeiter des Konzerns mutmasslich Prominente abhörten, Polizisten bestachen und Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens knackten, löste Empörung aus. Auch enge Verbindungen des konservativen Premierministers David Cameron zum Murdoch-Imperium wurden publik.

Im Zuge von Ermittlungen wurden mehr als 50 Verdächtige, überwiegend Journalisten, festgenommen. Unter den Festgenommenen war auch die Murdoch-Vertraute Rebekah Brooks und Camerons früherer Medienberater Andy Coulson.

Murdoch liess als Folge des Skandals zwar das Boulevardblatt «News of the World» schliessen und auch mehrere leitende News-Corp- Mitarbeiter traten zurück. Der Ruf des 81-jährigen Medienunternehmers allerdings bleibt in Grossbritannien dennoch angeschlagen.

SDA/kle/rbi

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