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Novartis-Gewinn bricht um ein Drittel ein

Der Pharmakonzern Novartis leidet unter dem Wechselkurs. Der Umsatz sinkt, der Gewinn sackt ab. CEO Jimenez bleibt dennoch «zuversichtlich». Die Aktie notiert im Minus.

Tieferer Umsatz: Eine Labormitarbeiterin bei der Arbeit.(Archivbild)
Tieferer Umsatz: Eine Labormitarbeiterin bei der Arbeit.(Archivbild)
Keystone

Der Pharmakonzern Novartis hat im zweiten Quartal 2015 deutliche Einbussen erlitten. Der Reingewinn in den fortzuführenden Geschäften fiel um 32 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Ein guter Teil des Rückgangs geht auf Wechselkurseffekte zurück. So spürt Novartis insbesondere die Dollarstärke, bilanzieren die Basler doch in der US-Währung. Der Umsatz schrumpfte um 5 Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich dagegen ein Plus von 6 Prozent.

Der Reingewinn in den fortzuführenden Geschäften sank aber auch in Lokalwährungen um 18 Prozent. Novartis begründet dies vor allem mit dem geringeren Ertrag aus assoziierten Gesellschaften.

Abschreibungen auf neuen Krebsmitteln

Das operative Ergebnis in Lokalwährungen fiel um 14 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Hauptgrund: Das vor gut einem Jahr zugekaufte Krebsmedikamentengeschäft des britischen Pharmaunternehmens GlaxoSmithKline, mit dem sich Novartis neu als auf diesen Bereich spezialisierter Konzern aufstellt, wurde nun deutlich tiefer bewertet, als es zunächst in den Büchern geführt wurde, wie der Basler Konzern bekannt gab.

Operativ habe sich Novartis mit Innovationen und Fortschritten bei Neueinführungen solide entwickelt, erklärte Konzernchef Joe Jimenez. Er verwies etwa auf die Zulassungen des Mittels Entresto gegen chronische Herzinsuffizienz und des Generikums Glatopa in den USA.

Enttäuscht reagierten Analysten insbesondere auf die Entwicklung der Augenheilsparte Alcon. Auch Novartis-Chef Joe Jimenez zeigte sich darüber am Dienstag in einer Telefonkonferenz «nicht glücklich». Alcon müsse stärker auf Innovationen setzen, um das Geschäft wieder auf Kurs zu bringen.

Jimenez ist zuversichtlich

«Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Prioritäten in diesem Jahr erfüllen werden und bestätigen unsere Prognose für das Gesamtjahr», wird CEO Joseph Jimenez zitiert. Demnach soll der Umsatz auf Konzernebene zu konstanten Wechselkursen im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. Das operative Kernergebnis soll stärker zulegen als der Umsatz, und zwar im hohen einstelligen Prozentbereich.

Mit den vorgelegten Quartalszahlen hat Novartis die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten nicht erfüllt und lediglich beim Pharmaumsatz übertroffen. Auf der Ebene des gesamten Konzerns belief sich der Reingewinn auf 1,8 Milliarden Dollar, gegenüber 2,6 Milliarden Dollar in der Vorjahresperiode.

Unabhängig vom Semestereinbruch sind die Wachstumsaussichten für Novartis aber aus einem einfachen Grund intakt: Der Konzern hat mit Entresto ein neues Multimilliardenmedikament in den Startlöchern. Das Mittel hat diesen Sommer die Zulassung im weltweit wichtigsten Arzneimittelmarkt USA erhalten und dürfte massenhaft verschrieben werden. Denn es soll das Risiko von Herzinfarkten bei Herzdefekten verhindern.

Novartis-Aktie im Minus

Die Novartis-Aktie hat im frühen Handel deutliche Abgaben notiert. Unzufrieden zeigen sich die Analysten insbesondere mit der Entwicklung der Augenheilsparte Alcon. Dass der Basler Pharmakonzern dennoch seinen Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte und für die Generika-Sparte Sandoz sogar noch erhöht hat, spielte dagegen an der Börse zunächst keine Rolle. Die Anleger nahmen vielmehr Gewinne mit.

Die Aktien des Pharmakonzerns standen um 10 Uhr um 2,2 Prozent tiefer bei 100,10 Franken. Zuvor hatten sie auf bis zu 99,75 Franken nachgegeben. Damit notieren sie nach den kräftigen Avancen der jüngeren Vergangenheit aber immer noch in Sichtweite ihres bisherigen Jahreshöchstkurses von 103,20 Franken.

Als enttäuschend bezeichnet auch ZKB-Analyst Michael Nawrath den Quartalsbericht. «Vom Zahlenwerk und den nicht erreichten Erwartungen des Konsens her sieht das zweite Quartal schlecht aus», schreibt er.

SDA/ish

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