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Paris plant gigantischen Einkaufspark

Hunderte Geschäfte, Tausende Hotelzimmer, ein Erlebnisbad, gar eine Skihalle – und das alles unweit des Eiffelturms. Die Gegner des Milliardenvorhabens sind entsetzt.

Die begrünten Dächer sollen wie Berge und Täler wirken: Skizze des geplanten Einkaufszentrums.
Die begrünten Dächer sollen wie Berge und Täler wirken: Skizze des geplanten Einkaufszentrums.
europacity.com
Insgesamt 30 Millionen Besucher sollen jedes Jahr kommen.
Insgesamt 30 Millionen Besucher sollen jedes Jahr kommen.
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Lokalpolitiker erhoffen sich Jobs und klingelnde Kassen von dem Milliarden-Projekt.
Lokalpolitiker erhoffen sich Jobs und klingelnde Kassen von dem Milliarden-Projekt.
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«Ambitioniert», «utopisch», «masslos» – die Meinungen gehen auseinander über Europacity. Fast zwei Milliarden Euro soll das Projekt des Einzelhandelsriesen Auchan in Gonesse im Norden von Paris kosten. Es wäre das grösste privat finanzierte Bauprojekt in Frankreich seit der Errichtung von Disneyland Paris vor etwas über 20 Jahren.

Lokalpolitiker erhoffen sich Jobs und klingelnde Kassen von dem Milliardenprojekt Europacity, das auf 80 Hektaren Ackerland entstehen und dem finanzschwachen Umland neuen Auftrieb geben soll.

«Ein neues Stück Stadt schaffen»

«Es geht darum, ein neues Stück Stadt zu schaffen, mit Parks und Strassen», sagt Projektleiter Christophe Dalstein von der Auchan-Immobilientochter Immochan. «Es ist weder ein klassisches Einkaufszentrum noch ein typischer Freizeitpark.»

2700 Hotelzimmer sind geplant, Restaurants auf insgesamt 20'000 Quadratmeter Fläche, zwei Konzert- und Theatersäle sowie ein Saal für Zirkusaufführungen. Aber auch ein Erlebnisbad, ein Freizeitpark, ein Flohmarkt und ein 30'000 Quadratmeter grosser Schneepark mit Skipisten und Liften.

(Video: Youtube/AFP)

Der Entwurf des dänischen Architekten Bjarke Ingels sieht ein riesiges begrüntes Dach vor, das wie Berge und Täler wirken soll. Europacity soll keine 20 Kilometer nördlich von Paris entstehen, eine neue U-Bahn-Linie soll Publikum aus der Hauptstadt schnell zum neuen Konsumtempel bringen. Insgesamt 30 Millionen Besucher sollen jedes Jahr kommen.

«Groteskes Projekt»

Die Gegner des Vorhabens sind entsetzt. «Das ist ein typisches Beispiel für ein Projekt unter der Käseglocke», kritisiert der Geograf Michel Lussault. «Eine perfekte Blase, in welcher der Städter sein ständiges Glück finden soll.» Und Alain Lennuyeux, der mit einer Vereinigung die Arbeit der Projektgegner koordiniert, spricht von einem «grotesken Projekt», das «verheerende Folgen» haben werde.

Kritik wird unter anderem daran laut, dass Europacity auf Ackerland entstehen soll. «Das sind die landwirtschaftlichen Flächen, die am nächsten an Paris liegen, Böden von hervorragender Qualität», sagt der Umweltschützer Bernard Loup. «Wir brauchen sie für die Selbstversorgung der Region Ile-de-France», also des Grossraums Paris.

In der Gegend gibt es zudem bereits zwei grosse Einkaufszentren: O'Parinor mit 220 Geschäften in Aulnay-sous-Bois und das erst im vergangenen Jahr eröffnete Aéroville mit 200 Geschäften nahe dem Hauptstadtflughafens Charles de Gaulle. «Die Leute haben keine 50 Geldbeutel», warnt Lennuyeux.

Der Bürgermeister von Gonesse, Jean-Pierre Blazy, will die Einwände aber nicht gelten lassen. «Das ist kein Einkaufszentrum-Projekt, das ist anders», sagt der Sozialist. «Und die Gegend um Gonesse wird nicht vollkommen urbanisiert: Es werden Hunderte Hektaren für die Landwirtschaft bleiben.»

Aussicht auf 17'500 Jobs

Die Aussicht auf 17'500 Jobs, die durch Europacity direkt und indirekt entstehen sollen, sind verlockend in einer von Arbeitslosigkeit geprägten Region. «Europacity wird nicht alle Probleme lösen, aber es ist eine Chance, die wir ergreifen müssen», wirbt der Bürgermeister.

Der Landwirt Dominique Plet lässt sich davon nicht überzeugen – er fürchtet um seine Zukunft. «Wenn Europacity gebaut wird, dann verliere ich 30 Hektaren Land, und mein Betrieb ist nicht mehr überlebensfähig», sagt der 70-Jährige.

Er schaut über ein Maisfeld, am Horizont zeichnen sich die Silhouette des Eiffelturms und der Basilika Sacré-Coeur ab. «Können Sie sich das vorstellen, eine Skipiste, hier?», fragt Plet. «Wir sind doch nicht in Katar!»

SDA/mw

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