Raiffeisen-Basis will nicht über Decharge abstimmen

Das heikle Thema sollte per Antrag doch noch auf die Traktandenliste der laufenden Raiffeisen-DV kommen.

Rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen des Raiffeisen-Skandals sind weiterhin möglich. (Symbolbild)

Rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen des Raiffeisen-Skandals sind weiterhin möglich. (Symbolbild)

(Bild: Keystone)

Arthur Rutishauser@rutishau

An der Delegiertenversammlung in Lugano wird definitiv nicht über die Decharge für die Raiffeisen-Führung abgestimmt. Per Antrag hätte es das heikle Thema doch noch auf die Traktandenliste schaffen sollen. Die Delegierten lehnten dies jedoch ab, wie thunertagblatt.ch/Newsnetz erfahren hat.

Am Freitag hatte der Verwaltungsrat der Bank bereits beschlossen, die Abstimmung über das heikle Thema zu verschieben. Damit sind rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen des Raiffeisen-Skandals weiterhin möglich.

Zuvor kam es noch zu einem Treffen zwischen Raiffeisen-Präsident Pascal Gantenbein und den Regionalpräsidenten der Genossenschaft. Die Regionalfürsten haben sich dagegen gewehrt, ihrer Führung das Vertrauen auszusprechen. Kein Wunder, angesichts der zwei derzeit noch laufenden Untersuchungen zu den Vorgängen während der Ära von Pierin Vincenz.

In Lugano legt Ex-Swiss-­Life-Präsident und Wirtschaftsprofessor Bruno Gehrig derzeit den Delegierten einen ersten Zwischenbericht zu den bristantesten Transaktionen in der Ära Vincenz vor.

Keinerlei Kontrolle ausgeübt

Derweilen gerät der heutige Raiffeisen-Konzernchef Patrik Gisel immer mehr unter Beschuss. Er wird sich am Samstag anhören müssen, während der Ära Vincenz alle heiklen Entscheide blind mitgetragen zu haben – auch die, die heute Gegenstand der Strafuntersuchung sind.


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Das ging auch aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Finanzmarktaufsicht (Finma) hervor. So hat die Finma zwar «keine Anhaltspunkte gefunden, die ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen heutige Führungskräfte der Raiffeisen Schweiz rechtfertigen würden». Hingegen geht aus dem Bericht auch hervor, dass die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat keinerlei Kontrolle über den ehemaligen CEO Vincenz ausübte.

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«Das ist Teil einer Kommunikationsstrategie»: Wirtschaftsredaktor Holger Alich.

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