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Raiffeisen steigert Halbjahresgewinn um 11 Prozent

Die Belebung der Finanzmärkte wirkt sich positiv aus: Die drittgrösste Schweizer Bank verdiente im ersten Halbjahr deutlich mehr als 2012.

Die Bank verwaltet auch mehr Kundenvermögen als noch vor einem Jahr: Eine Fussgängerin geht am Raiffeisen-Hauptsitz in St. Gallen vorbei. (Archivbild)
Die Bank verwaltet auch mehr Kundenvermögen als noch vor einem Jahr: Eine Fussgängerin geht am Raiffeisen-Hauptsitz in St. Gallen vorbei. (Archivbild)
Keystone

Die Bankengruppe Raiffeisen hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 369 Millionen Franken und damit 11 Prozent mehr als in der entsprechenden Periode des Vorjahres.

Vor allem im Retailbanking habe sich die Belebung der Finanzmärkte positiv ausgewirkt, teilte die drittgrösste Schweizer Bank heute mit. Das Kommissionsgeschäft legte um 8 Millionen Franken zu. Der Zinserfolg stieg derweil um 12 Millionen Franken.

Auch für das Gesamtjahr höheres Ergebnis erwartet

Insgesamt legte der Betriebsertrag mit 1,5 Prozent (auf 1,38 Milliarden Franken) mehr als doppelt so stark zu wie der Aufwand, der um 0,7 Prozent auf 847 Millionen Franken anwuchs.

Per Ende Juni verwaltete Raiffeisen Vermögen im Umfang von 176 Milliarden Franken und damit 1,8 Prozent mehr als noch Ende 2012. Das Unternehmen führte den Zuwachs vor allem auf den Anstieg der Spargelder zurück.

Für das zweite Halbjahr sieht sich die Bankengruppe auf Kurs. Falls «keine grösseren Überraschungen in der konjunkturellen Entwicklung oder auf den Finanzmärkten eintreten», erwartet sie für das Gesamtjahr ein höheres Ergebnis als 2012.

Hypothekarvolumen um 3,8 Milliarden Franken gewachsen

Trotz der Warnungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vor einer Immobilienblase hat die Raiffeisen-Gruppe im Hypothekargeschäft erneut deutlich zugelegt. Das Hypothekarvolumen der Bankengruppe wuchs im ersten Halbjahr um 3,8 Milliarden auf 139,7 Milliarden Franken.

Das sind 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit hat Raiffeisen einen Anteil von 16,2 Prozent am gesamten Hypomarkt in der Schweiz. Oder anders ausgedrückt: Beinahe jeder sechste Hypothekarnehmer hat bei der Raiffeisen Gruppe sein Geld geholt.

Aufs Jahr hochgerechnet sei Raiffeisen im Hypothekargeschäft mit einem Wachstum von 5,6 Prozent leicht stärker gewachsen als der Gesamtmarkt (+4,6 Prozent), hiess es in einer Präsentation des Instituts zum Halbjahresergebnis. Insgesamt habe sich das Hypothekarwachstum leicht abgeschwächt.

Mahnung der SNB

Die SNB hatte vor kurzem erneut ihre Sorgen über den Schweizer Hypothekarmarkt ausgedrückt. Sie mahnte insbesondere inlandorientierte Banken zu grosser Vorsicht. Denn deren Hypothekenvolumen sei innert Jahresfrist um weitere rund 5 Prozent gestiegen und auch das Risiko einer Preiskorrektur habe sich nochmals vergrössert.

Trotzdem ist nach Ansicht der SNB die Risikobereitschaft der Banken bei der Kreditvergabe unverändert hoch. Zahlreiche Hypotheken würden mit einem Belehnungsgrad von über 80 Prozent vergeben.

Schlechtere Note von Moody’s

Ins gleiche Horn stiess vor einem Monat die Ratingagentur Moody’s, die die Bonitätsnote der Raiffeisen Schweiz von Aa2 auf Aa3 senkte. Moody’s begründete die Herabstufung unter anderem mit dem überdurchschnittlichen Hypothekarwachstum der Bankengruppe. Dieses mache Raiffeisen anfällig für Schocks bei einem signifikanten Preiszerfall im Immobilienmarkt.

Bei der Raiffeisen-Gruppe sei das Hypothekarvolumen von 2007 bis 2012 jährlich im Durchschnitt um 7,6 Prozent gewachsen, stellte Moody’s fest. Dies könnte bei einem Preiszerfall im Häusermarkt die Kapitalpolster der Gruppe schwächen.

Raiffeisen selber hält fest, dass die Wertberichtigungen für Ausfallrisiken seit Ende Dezember 2012 auf 273 Millionen Franken gesenkt worden seien. Das entspreche 0,19 Prozent des Kreditvolumens. Die effektiven Verluste betrügen lediglich 0,004 Prozent der Ausleihungen, das heisse praktisch null.

Höhere Kapitalpuffer angedroht

Die Nationalbank warnte, dass weitere regulatorische Massnahmen nötig werden könnten, wenn die Risiken auf den Schweizer Hypothekar- und Immobilienmärkten zunehmen sollten. Die SNB werde regelmässig prüfen, ob der antizyklische Kapitalpuffer erhöht werden solle.

Auf Antrag der SNB hat der Bundesrat per 30. September einen solchen Puffer verhängt, der von den Banken zusätzliche Eigenmittelhinterlegung für Hypotheken von 1 Prozent verlangt. Der Satz könnte auf bis zu 2,5 Prozent erhöht werden.

SDA/rbi

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