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Schweiz klagt weltweit tätige Cyberkriminelle an

Sie ergaunerten mehrere Millionen Schweizer Franken. Nun wurden die drei Internet-Betrüger an die Schweiz ausgeliefert.

Mittels Phishing-Attacken erbeuteten die Täter Daten von über 130'000 Kreditkarteninhabern: Cyberabwehrcenter von Hewlett Packard in Böblingen, Deutschland.
Mittels Phishing-Attacken erbeuteten die Täter Daten von über 130'000 Kreditkarteninhabern: Cyberabwehrcenter von Hewlett Packard in Böblingen, Deutschland.
Daniel Naupold, Keystone

Drei Personen, die sich unrechtmässig über 100'000 Kreditkartendaten beschafft haben, müssen sich vor Bundesstrafgericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft (BA) hat Anklage gegen sie erhoben, wie sie mitteilt. Sie betritt damit Neuland.

Die mutmasslichen Täter waren weltweit aktiv, hielten sich aber nie in der Schweiz auf. Für die BA sei das ein Pilotverfahren, sagte BA-Sprecher André Marty der sda. Nach seinen Angaben stammen die Beschuldigten aus Nordafrika.

Sie sollen seit 2009 weltweit mindestens 133'600 Kreditkartendaten unrechtmässig beschafft zu haben. Das gelang ihnen mit so genannten Phishing-Attacken. Dabei werden mit gefälschten Emails, Webseiten und Kurznachrichten persönliche Daten ermittelt.

Schweizer Banken geschädigt

2014 und 2015 wurden die mutmasslichen Täter in Thailand verhaftet und in die Schweiz ausgeliefert. Laut Marty sind unter den Geschädigten Schweizer Banken und Kreditkarteninhaber aus der Schweiz. Die Schadenssumme beläuft sich nach seinen Angaben auf mehrere Millionen Franken. Ob sich auch andere Länder um eine Auslieferung bemüht haben, konnte der BA-Sprecher nicht sagen.

Die Bundesanwaltschaft wirft den mutmasslichen Tätern gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage vor sowie mehrfachen Versuch dazu. Die Beschuldigten sind geständig und befinden sich im vorzeitigen Strafvollzug.

SDA/ij

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