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«Sie werden bis Ende 2013 kaum mehr unversteuerte deutsche Gelder finden»

Den Steuerstreit mit den USA hat Julius Bär zwar noch nicht beigelegt. Doch was die Kooperation mit europäischen Ländern betrifft, gibt sich Bankchef Boris Collardi optimistisch.

«Was Europa anbelangt, bin ich deshalb ziemlich entspannt»: Julius-Bär-Chef Boris Collardi. (22. Juli 2013)
«Was Europa anbelangt, bin ich deshalb ziemlich entspannt»: Julius-Bär-Chef Boris Collardi. (22. Juli 2013)
Keystone

Nach Einschätzung der Schweizer Bank Julius Bär wird es Ende 2013 in der Schweiz kaum noch unversteuerte Gelder deutscher Kunden geben. Bär dränge Kunden, ihre Steuerangelegenheiten zu regeln und der Bank entsprechende Nachweise vorzulegen, sagte Bär-Chef Boris Collardi in einem Interview der Zeitung «Finanz und Wirtschaft».

«In der Schweiz werden Sie bis Jahresende kaum mehr unversteuerte deutsche Kunden finden», sagte er weiter. Das Interview wurde gestern Abend vorab auf der Internetseite der Zeitung veröffentlicht.

Mit Grossbritannien und Österreich habe die Schweiz die Steuerfrage bereits geklärt und in Italien dürfte sich nach einer politischen Stabilisierung des Landes ebenfalls eine Lösung erreichen lassen. «Wenn das kommt, haben wir bis 2015 die Problematik der unversteuerten Gelder gelöst. Was Europa anbelangt, bin ich deshalb ziemlich entspannt», erklärte Collardi.

Europageschäft von Deutschland aus steuern

Die Gespräche mit den US-Behörden seien weit fortgeschritten. Er sei zuversichtlich, eine Lösung zu finden, führte Collardi weiter aus. Die Bank gehört zu den 14 Schweizer Instituten, gegen die die US-Behörden Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingeleitet haben.

Das Europa-Geschäft will Julius Bär künftig von Deutschland aus steuern. «Alle weiteren Niederlassungen in Europa werden nur Filialen von Deutschland sein», sagte Collardi. Das Geschäft werde in absehbarer Zeit profitabel sein. «Wenn wir das Geschäft aller europäischen Standorte zentral in Deutschland buchen, werden wir dort acht bis zehn Milliarden Franken Vermögen aufweisen. Das wird Ende 2014 der Fall sein.»

Am Deutschland-Geschäft der Credit Suisse sei Julius Bär nicht interessiert. «Meines Wissens handelt es sich dabei eher um Retail-Geschäft», erklärte Collardi. «Wir fokussieren uns auf Private Banking und sind deshalb nicht interessiert.» Die Credit Suisse prüft, Teile ihres Vermögensverwaltungsgeschäfts in Deutschland verkaufen, wie im Juni berichtet wurde.

(SDA)

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