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Spuhler beschleunigt auf 250 km/h

Der Auftragseingang bei Stadler Rail ist 2012 regelrecht eingebrochen. Nun erhöht Patron Peter Spuhler das Tempo – auch bei seinen Zügen.

Will sich mit Stadler jetzt auch für Züge bis 250 km/h bewerben: Peter Spuhler, CEO der Stadler Rail Group.
Will sich mit Stadler jetzt auch für Züge bis 250 km/h bewerben: Peter Spuhler, CEO der Stadler Rail Group.
Keystone

Der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail hat 2012 beim Umsatz stark zugelegt: Er stieg von 1,4 Milliarden auf 2,4 Milliarden Franken. Der Grund sind hohe Auftragseingänge in den Jahren 2008 bis 2010.

Im Jahr 2012 allerdings betrug der Eingang an neuen Bestellungen gerade einmal 720 Millionen Franken. Das sei ein negativer Rekord, sagte Konzernchef Peter Spuhler, der auch rund 80 Prozent der Aktien des Familienunternehmens besitzt, an der Jahresmedienkonferenz am Stadler-Hauptsitz in Bussnang im Kanton Thurgau.

Der Auftragseingang lag damit weit unter den Werten der letzten Jahre, wie Stadler Rail mitteilt. Es seien nicht zuletzt wegen der EU-Schuldenkrise leider viele internationale Ausschreibungen abgesagt oder verschoben worden, sagte Spuhler.

Licht am Ende des Tunnels

Aktuell präsentiert sich die Lage allerdings wieder freundlicher, wie Spuhler sagte. Der Auftragseingang in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahrs stieg auf 1,5 Milliarden Franken an. Dies rechnet der ehemalige SVP-Nationalrat Spuhler der Entspannung an der Währungsfront und der besser gewordenen Konjunkturlage in Europa zu.

Spuhler erwartet, dass bis Ende Jahr noch weitere Aufträge für ungefähr 500 Millionen Franken eingehen werden. Würden dann jedes Jahr Aufträge für rund zwei Milliarden Franken eingehen, so Spuhler, könne die Auftrags-Delle aus dem vergangenen Jahr aufgefüllt werden.

350km/h sind noch zu viel

Stadler Rail will in Zukunft auch bei Ausschreibungen für Kompositionen mit einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h in den Wettbewerb treten. Bei Hochgeschwindigkeitszügen, die mit Tempi von bis zu 350km/h fahren, will die Stadler Rail Group dagegen nicht mittun, sagte Spuhler.

Andererseits sieht Spuhler ein Potenzial für seine Firma bei der Entwicklung von Strassenbahnen und Metros, wie er sagte.

Es braucht noch Aufträge

Im Moment sei die Auslastung der Schweizer Standorte, namentlich am Hauptsitz in Bussnang, für 2015 und 2016 noch nicht gesichert. Rund 3000 von aktuell insgesamt 5000 Mitarbeitenden beschäftigt Stadler Rail in der Schweiz. Das soll gemäss Peter Spuhler auch so bleiben.

Das Unternehmen will nun die Erschliessung neuer Märkte intensivieren. Insbesondere Russland und andere Staaten der Ex-Sowjetunion wie Aserbeidschan oder Kasachstan haben es Stadler Rail angetan. Das seien allesamt traditionelle Eisenbahn-Nationen, deren Zugflotten veraltet seien. Und über Geld für Investitionen würden diese Länder dank ihrem Rohstoffreichtum genug verfügen.

Schnelle Züge und Strassenbahnen

Am meisten Umsatz erzielte Stadler Rail auch im letzten Jahr mit «Flirt«- und «Kiss«-Zügen, die unsprünglich für den Regionalverkehr konzipiert und für den Fernverkehr (in Österreich und Norwegen) weiterentwickelt wurden. Ein Teil dieser Züge verkehrt mit einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometern.

SDA/mrs/cpm

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