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Steuervorwurf gegen Messi: Spuren in die Schweiz

Spanien ermittelt gegen Lionel Messi: Der Weltfussballer soll mit seinem Vater vier Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust haben. Offenbar gibt es Verbindungen nach Zug.

Heftige Vorwürfe: Der Fussballer Lionel Messi.
Heftige Vorwürfe: Der Fussballer Lionel Messi.
Keystone

Steuerhinterziehung in Millionenhöhe – so lautet der Vorwurf der spanischen Staatsanwaltschaft an den FC-Barcelona-Spieler Lionel Messi. Mehr als vier Millionen Euro sollen er und sein Vater Jorge von 2007 bis 2009 illegal an den Steuerbehörden vorbeigeschleust haben. Ein Antrag auf Anklage liegt bei den Richtern, diese müssen nur noch grünes Licht geben.

Laut «Blick» führen die Spuren auch in die Schweiz – genauer zu einer Zuger Treuhandfirma. Das Unternehmen soll eine Rolle spielen in der Steueraffäre der Messis. Diese Informationen entnimmt die Zeitung dem Klagegesuch der Sonderstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte aus Barcelona.

Was wusste Lionel?

Im Jahr 2005 engagiert Jorge Messi Rodolfo Schinocca als Berater für seinen Sohn Lionel. Zu diesem Zeitpunkt steht dieser bereits beim FC Barcelona unter Vertrag. Laut den spanischen Behörden gründen der Vater und der Berater in den Steueroasen Belize, Uruguay, Grossbritannien und der Schweiz Briefkastenfirmen – zur «Steueroptimierung». Offenbleibt, was Lionel von diesen Plänen wusste.

Kurz danach trat der heute beste aktive Fussballer der Welt die Rechte an seinen Bildern an eine Firma in Belize ab. Wenig später sind diese Millionen wert. Der Handel läuft über die Briefkastenfirmen in Grossbritannien und in der Schweiz.

Messi selbst weist die Vorwürfe zurück. «Wir sind überrascht», schreibt er auf seiner Facebook-Seite. «Wir haben niemals gegen das Recht verstossen.» Auch seine Anwälte zeigen sich kämpferisch: «Wir werden alles unternehmen, um gegen dieses Klagegesuch vorzugehen.»

«Muss Messi ins Gefängnis?»

Die spanischen Zeitungen überschlagen sich mit Berichten über den Messi-Clan und fragen: «Muss Messi ins Gefängnis?» Wahrscheinlich ist es nicht, die These mutet gar hochgradig unwahrscheinlich an. Zwar sieht das spanische Strafgesetzbuch neuerdings für Steuerhinterziehung 600'000 Euro Busse und bis sechs Jahre Haft vor.

Doch gleichzeitig steht es dem Steuersünder offen, sein Delikt zu gestehen und dem Fiskus binnen zweier Monate die fälligen Steuern sowie eine zusätzliche Geldstrafe zu entrichten. So würde sich die Höchststrafe auf drei bis sechs Monate reduzieren, wie die Zeitungen schreiben.

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