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Super, was Sie da wieder posten, Chef!

Über digitale Spielwiesen für Schmeichler.

Es gab eine Zeit, da war es für die meisten Angestellten nahezu unmöglich, mit dem obersten Chef in Kontakt zu treten. Der hatte sein Büro weit weg vom eigenen Arbeitsplatz. Im besten Fall bekam man ihn mal an der Weihnachtsfeier zu Gesicht. Dazwischen gab es keine Kommu­nikation und damit kaum Gelegenheit, ihm aufzufallen.

Dank den sozialen Medien kann sich nun plötzlich jeder vor dem Chef verneigen. Das Business­portal Linkedin etwa hat sich mittlerweile zur idealen Spielwiese für Schmeichler entwickelt. Ich staune immer wieder, wie viele ­Likes und Kommentare CEOs oder andere Führungskräfte für ihre Posts ernten. Und das, obwohl das Gros ihrer Beiträge, die ich von Berufs wegen verfolge, nicht gerade ein Ausbund an Inspiration ist. Die meisten Chefs nutzen das Portal dafür, ihre eigenen Aktivitäten und die der Firma ins beste Licht zu rücken. Sie schwärmen von Kick-off-Meetings, Workshops mit ­Kadern, bejubeln Change-Initiativen ihrer Firma oder machen auf das Jubiläum einer Stiftung, mit der sie verbunden sind, aufmerksam.

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