Swatch leidet unter Einbruch

Die Unruhen in Hongkong machen dem weltgrössten Uhrenkonzern zu schaffen.

Swatch betreibt in Hongkong für ihre Marken wie Omega, Longines oder Tissot rund 90 eigene Shops: Swatch-Group-CEO Nick Hayek an einer Pressekonferenz. Archivbild Keystone

Swatch betreibt in Hongkong für ihre Marken wie Omega, Longines oder Tissot rund 90 eigene Shops: Swatch-Group-CEO Nick Hayek an einer Pressekonferenz. Archivbild Keystone

Swatch hat im vergangenen Jahr weniger umgesetzt und entsprechend auch weniger verdient. Zu schaffen machten dem weltgrössten Uhrenkonzern die Unruhen im Shoppingmekka Hongkong. Vor allem chinesische Touristen reisen immer weniger in die ehemalige britische Kolonie.

Das kommt auch in der Rechnung von Swatch zum Ausdruck: Der Konzern verkaufte 2019 Uhren für insgesamt 8,24 Milliarden Franken. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 2,7 Prozent, wie der Bieler Konzern am Donnerstag mitteilte. Um Währungseinflüsse bereinigt war das Minus mit 1,8 Prozent etwas geringer.

Unruhen in Hongkong belasten

Seit Demonstrationen und Ausschreitungen das Bild in Hongkong prägen, reisen immer weniger Touristen in die Einkaufsmetropole. Die Geschäfte blieben in diesem für die Uhrenindustrie wichtigen Absatzmarkt wegen der Unruhen teilweise während mehrerer Tage geschlossen.

Wie die Konkurrenz bekam auch Swatch die Krise in Hongkong deutlich zu spüren. Sie betreibt dort für ihre Marken wie Omega, Longines oder Tissot rund 90 eigene Shops.

Allein in der zweiten Jahreshälfte seien die Verkäufe in der chinesischen Sonderverwaltungszone um rund 200 Millionen Franken eingebrochen, schreibt Swatch. In allen anderen Weltregionen seien die Verkäufe dagegen gewachsen. Klammere man Hongkong aus, dann wäre der Gruppenumsatz in Lokalwährungen im zweiten Halbjahr gar um 5 Prozent angestiegen.

Die kleine Sparte Elektronische Systeme wuchs derweil um 5,9 Prozent auf 289 Millionen Franken.

Marge sinkt

Die tieferen Verkaufszahlen wirkten sich auch auf die Profitabilität aus: Der Betriebsgewinn (Ebit) sank um 11 Prozent auf 1,02 Milliarden Franken und die Marge um 1,2 Prozentpunkte auf 12,4 Prozent. Auch das operative Ergebnis wäre ohne die Belastungen in Hongkong angestiegen, und zwar um 6 Prozent.

Über alle Segmente hinweg wurde derweil weiter investiert. Insgesamt beliefen sich die Investitionen auf 459 Millionen Franken. Ein Teil des Geldes floss in die weitere Optimierung und Flexibilisierung der Produktion, ein weiterer ins eigene Retailnetz und in den Kundenservice.

Unter dem Strich sank der Reingewinn um 14 Prozent auf 748 Millionen. An die Aktionäre soll dennoch erneut eine Dividende in Höhe von 8,00 Franken je Inhaber- bzw. von 1,60 Franken je Namenaktie bezahlt werden.

Mit den Kennzahlen wurden die Prognosen von Analysten verfehlt. Diese erwarteten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Umsatz von 8,28 Milliarden, einen Ebit von 1,08 Milliarden und einen Reingewinn von 801 Millionen Franken. Vorbörslich verlor die Swatch-Inhaberaktie denn auch 4,0 Prozent.

Wachstum erwartet

Im neu angelaufenen Jahr rechnen der Uhrenkonzern mit einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld in Hongkong. Und auch die Währungssituation bleibe herausfordernd. Im Rest der Welt rechnet der Konzern hingegen währungsbereinigt mit weiterem Wachstum.

Ein Highlight dürften für Swatch die im Sommer in Tokio stattfindenden Olympischen Spiele werden, heisst es weiter. Da könne sich Omega in einem der grössten Luxusmärkte der Welt präsentieren.

sep/sda

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