Swisscom strebt ehrgeiziges Umweltziel an

Die Swisscom entscheidet bald über ein ambitiöses Umweltziel: Bis 2020 will der blaue Riese klimapositiv sein. Will heissen: Die Kunden sparen mehr Kohlendioxid ein, als Swisscom ausstösst.

Ehrgeiziges Ziel: Die Swisscom will bis 2020 klimapositiv sein.

Ehrgeiziges Ziel: Die Swisscom will bis 2020 klimapositiv sein.

(Bild: Keystone)

Jon Mettler@jonmettler

Eine interne Arbeitsgruppe für Umweltfragen hat der Geschäftsleitung von Swisscom vorgeschlagen, bis in elf Jahren klimapositiv zu werden. Auf diesen Zeitpunkt hin soll der grösste Schweizer Telekomanbieter demnach den Ausstoss von Kohlendioxid auf 20'000 Tonnen pro Jahr senken. Gleichzeitig sollen die Kunden von Swisscom durch umweltfreundliche Dienstleistungen des Unternehmens die gleiche Menge an Kohlendioxid einsparen. Ob das Management diesen Empfehlungen folgt, ist indes noch offen. Es entscheidet in diesem Monat darüber.Noch ist Swisscom weit weg von der vorgeschlagenen Vorgabe fürs Jahr 2020. Laut Berechnungen der Abteilung «Umweltmanagement» wird der Konzern im nächsten Jahr etwa 100'000 Tonnen Kohlendioxid ausstossen. Die Emissionen beziehen sich auf Gebäude, Fahrzeuge, den Stromverbrauch des Swisscom-Netzes und den Stromverbrauch bei den Kunden durch den Gebrauch von Geräten. Bereits bis 2011 plant Swisscom, den Ausstoss von Kohlendioxid auf 40'000 Tonnen zu senken. «Das wollen wir unter anderem erreichen, indem wir im Jahr 2010 vom Schweizer Strommix auf 100-prozentige einheimische, erneuerbare Energie für den Betrieb unserer Netze und Rechenzentren umstellen», sagt Res Witschi, verantwortlich für Umweltfragen bei Swisscom.Grüne Dienste für KundenAuf Kundenseite will Swisscom vor allem durch drei Dienstleistungen klimafreundliches Verhalten fördern: Videokonferenzen, Flottenmanagement und Visualisierung von Energieverbrauch (so genanntes Smart Metering). Videokonferenzen stossen bei Schweizer Unternehmen auf immer grössere Akzeptanz, weil damit Kosten für Geschäftsreisen gespart und die Belastung für die Umwelt verringert werden kann (siehe Kasten). Swisscom bietet hier einerseits Videokonferenzsysteme mit hochauflösender Bildqualität für 2 bis 18 Teilnehmer an.Andererseits hat Swisscom in Zusammenarbeit mit Microsoft Lösungen aus dem Bereich Unified Communications (UCC) im Angebot. UCC führt alle Kommunikationsdienste wie Festnetz- und Mobiltelefonie, Fax, E-Mail, Internet-, Audio- und Videokonferenzen auf einer Plattform zusammen. Das System erlaubt es auch, über die Abwesenheit von Arbeitskollegen informiert zu sein und gemeinsam Dokumente zu erstellen und zu erarbeiten.Swisscom testet seit dem 1.April 2008 UCC mit 500 eigenen Mitarbeitern. Die Rückmeldungen tönen so gut, dass das Unternehmen das System auf die ganze Gruppe ausweiten will. Das soll laut Andreas Arrigoni, Verantwortlicher für UCC bei Swisscom, in den nächsten 12 bis 18 Monaten geschehen.Leerfahrten vermeidenBeim Thema Flottenoptimierung steht die umweltfreundliche Bewirtschaftung von Fahrzeugflotten im Vordergrund. Auch hier bietet Swisscom in Zusammenarbeit mit Informatikpartnern spezielle Lösungen an. «Vor allem geht es darum, Leerfahrten zu vermeiden und denjenigen Aussendienstmitarbeiter zum Kunden zu schicken, der geografisch am nächsten ist», sagt Witschi.Smart Metering schliesslich befindet sich noch in der Entwicklung. Ob Swisscom dereinst Lösungen in diesem Bereich anbietet, ist deshalb noch offen. Die Idee hinter Smart Metering ist, Privatkunden und Firmen sehr detailliert den Verbrauch von Energie und den Ausstoss von Kohlendioxid aufzuzeigen. So will Swisscom erreichen, dass die Kunden Gegenmassnahmen ergreifen. «Der Grad der Visualisierung könnte so weit gehen, dass die Umweltfreundlichkeit eines jeden einzelnen Geräts in einem Haushalt oder Unternehmen gemessen werden kann», erklärt Witschi.

Berner Zeitung

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