Anleger meiden UBS-Aktien nach Quartalsresultat

Die grösste Schweizer Bank legt Bericht über das zweite Quartal ab – einen Tag früher als geplant.

Prescht mit Quartalsbericht vor: UBS (im Bild, Sitz am Paradeplatz).

Prescht mit Quartalsbericht vor: UBS (im Bild, Sitz am Paradeplatz).

(Bild: Reuters)

Matthias Chapman@matthiaschapman

«Um Transparenz zu schaffen und gewissen falschen und irreführenden Informationen entgegenzutreten, die öffentlich gemacht wurden, hat sich UBS entschieden, ihre Ergebnisse für das zweite Quartal 2015 einen Tag früher zu publizieren», begründet die Bank ihre Medienmitteilung zum zweiten Quartal, die eigentlich erst am Dienstagmorgen erwartet wurde. Auf Anfrage, worum es sich bei den angeblich «irreführenden Informationen» handle, wollte sich ein UBS-Mediensprecher nicht äussern.

Die «SonntagsZeitung» schrieb gestern, die UBS mache im zweiten Quartal einen Reingewinn von 1,5 Milliarden Franken. Nun sind es gut 1,2 Milliarden geworden, wie die Bank mitteilte (siehe unten). Dass die Bank auf Berichte über Quartalszahlen mit einem Vorziehen der Publikation reagiert, wirkt aber doch speziell.

8,4 Milliarden Franken Neugelder

Im zweiten Quartal hat die Bank deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Mit einem Geschäftsertrag von 7,8 Milliarden, einem Vorsteuergewinn von 1,8 Milliarden und einem Reingewinn von 1,2 Milliarden Franken konnte das grösste Schweizer Geldinstitut zwar nicht ganz an die Zahlen von Januar bis März anknüpfen. Das ist allerdings kein Grund zur Beunruhigung, ist doch das zweite Quartal bei der UBS traditionell schwächer als das erste.

Aussagekräftiger ist der Zahlenvergleich mit dem Vergleichsquartal aus dem Vorjahr. Hier konnte sich die UBS durchs Band weg verbessern. Den Reingewinn schnellte um gut die Hälfte in die Höhe und auch der Vorsteuergewinn legte um 44 Prozent zu. Das ist deutlich mehr als Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Aktie verliert 1,5 Prozent zu Handelsbeginn

Trotz der ansprechenden Zahlen verlor die UBS-Aktien zu Handelsbeginn. Das Papier der Grossbank gab rund 1,5 Prozent nach. Allerdings verlor der Gesamtmarkt ebenfalls knapp ein Prozent.

Zum guten Ergebnis hätten alle Unternehmensbereiche und Regionen beigetragen, schrieb die Bank am Montag in einer Mitteilung. Insbesondere die stärkere Fokussierung der UBS auf die Vermögensverwaltung reicher Privatkunden macht sich bemerkbar. So verzeichnete die Bank in den Monaten April, Mai und Juni einen Zufluss an neuen Kundengeldern von netto 8,4 Milliarden Franken.

Schwaches Anleihengeschäft

Die Bank erzielte im Wealth Management nach eigenen Angaben das beste Ergebnis in einem zweiten Quartal seit 6 Jahren. Der Ertrag im zweitgrössten Segment belief sich auf 2,08 Milliarden, der Vorsteuergewinn 769 Millionen Franken.

Im zurückgestutzten Investmentbanking sank der Gewinn im abgelaufenen Quartal leicht auf 2,355 Milliarden. Einem schwächeren Anleihengeschäft stand ein deutlich besseres Ergebnis im Aktienhandel gegenüber. Zuvor hatten bereits die Credit Suisse wie auch die US-Konkurrenten JP Morgan oder Goldman Sachs im Anleihengeschäft weniger verdient.

Kapitalpolster wächst

Weiter gewachsen ist auch das Kapitalpolster der Grossbank. Der Prozentsatz harten Eigenkapitals (CET1), das im Wesentlichen aus Aktienkapital und einbehaltenen Gewinnen besteht, beträgt neu 14,4 Prozent und liegt gemäss Mitteilung damit über den Vergleichswerten aller anderer globalen Grossbanken.

Zum Ausblick äusserte sich die UBS vorsichtig. Viele geopolitische Herausforderungen blieben bestehen. Zudem warnte sie, dass die Finanzbranche auf absehbare Zeit von hohen Aufwendungen für Rechtsfälle geprägt sein werde. Die Bank werde sich mit einer Reihe von erheblichen Forderungen und regulatorischen Anforderungen konfrontiert sehen.

Freiwilligen­programme

Die Bank schreibt in ihrem Quartalsbericht auch über ihr gesellschaftliches Engagement. «Im Juni beispielsweise lancierte UBS eine Kampagne in Nord- und Südamerika mit dem Ziel, dass sich bis zur Hälfte ihrer dortigen Belegschaft in Freiwilligen­programmen engagiert. Bislang haben UBS-Mitarbeitende in Nord- und Südamerika ungefähr 20'000 Stunden gemeinnützige Arbeit geleistet (...) zusammen mit dem Engagement anderer UBS-Mitarbeitender rund um den Globus wurden in der ersten Jahreshälfte 2015 über 53'000 Stunden an Freiwilligenarbeit für die Gemeinschaft geleistet.»

* mit Material der Agentur SDA

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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