US-Apothekenkette CVS will Versicherer Aetna schlucken

Mega-Deal im US-Gesundheitssektor: Die Apothekenkette CVS will ihr Angebot ausbauen – und kauft den Versicherer Aetna für 69 Milliarden Dollar.

Der Kauf von Aetna muss noch von den US-Kartellbehörden genehmigt werden: CVS. (Archivbild)

Der Kauf von Aetna muss noch von den US-Kartellbehörden genehmigt werden: CVS. (Archivbild)

(Bild: Keystone CJ Gunther)

Der US-Pharmahändler CVS hat den Kauf des Versicherungskonzerns Aetna verkündet. Die Apothekenkette wolle rund 69 Milliarden US-Dollar für die Übernahme bezahlen, bestätigte sie am Sonntag in einer Mitteilung. Mit dem Deal kann CVS weitere Leistungen im Gesundheitssektor anbieten und zugleich einen wichtigen Kunden behalten. Der Abschluss muss noch von den US-Kartellbehörden genehmigt werden.

Falls die Übernahme erfolgt, dürfte die Drogeriekette deutlich stärker als bisher in die Gesundheitsvorsorge einsteigen und mehr Kunden für sich gewinnen. Die einzelnen Filialen bieten bereits jetzt einige medizinische Dienstleistungen als Ergänzung zum Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten und anderen Medizinprodukten an.

Ziel sind One-Stop-Shops

Ziel von CVS sind sogenannte One-Stop-Shops, bei denen Kunden und Patienten Beratung und Medikamente auf einmal bekommen. Unter anderem sind dort derzeit schon Grippe-Impfungen oder die Behandlung von Nebenhöhlenentzündungen möglich.

Bereits zuvor hatte die Nachrichtenagentur AP aus informierten Kreisen erfahren, der Pharmahändler wolle pro Aetna-Aktie rund 207 Dollar zahlen – teils in bar und teils in eigenen Aktien. CVS Health betreibt mehr als 9700 Drogerien und 1100 Ambulanzen in den USA, bei Aetna sind rund 22 Millionen Menschen versichert.

Druck auf Pharmakonzerne soll steigen

Ob die geplante Übernahme den Preis von verschreibungspflichtigen Medikamenten beeinflussen wird, ist derzeit unklar. Zunächst könnten Aetna-Versicherte Änderungen bei der Verwaltung ihrer jeweiligen Versicherungen sehen.

Unter Expertenkreisen wird vermutet, dass der Deal bei den Kartellbehörden auf Zuspruch stossen dürfte. Diese könnten unter anderem darauf setzen, dass die Übernahme Pharmakonzerne unter Druck setzt, Medikamentenpreise niedrig zu halten.

chk/AP

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt