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VW will «Demut und Bescheidenheit» zeigen

Weniger Boni, kein Pomp: VW-Chef Matthias Müller schlägt neue Töne an.

Das Schielen auf Verkaufsrekorde mache wenig Sinn: VW-Chef Matthias Müller. (21. Oktober 2015)
Das Schielen auf Verkaufsrekorde mache wenig Sinn: VW-Chef Matthias Müller. (21. Oktober 2015)
AFP

Grösster Autobauer der Welt zu werden, ist für Volkswagen-Chef Matthias Müller kein Ziel mehr. «Ob Nummer eins, zwei oder drei beim Volumen, das ist mir egal», sagte Müller im Interview mit der «Wirtschaftswoche» laut Vorabmeldung. Das «Schielen auf Stückzahlen und immer neue Verkaufsrekorde» mache aus seiner Sicht wenig Sinn. Müllers Vorgänger Martin Winterkorn hatte als Ziel ausgegeben, die meisten Autos weltweit zu produzieren, und sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Toyota geliefert.

Mit Blick auf die Krise des Wolfsburger Autobauers sagte Müller dem Magazin, dass VW künftig auf pompöse Veranstaltungen wie die Gala am Vorabend der Genfer Autosalons verzichten wolle: «Etwas mehr Demut und Bescheidenheit steht uns auch hier gut an. Zugleich spart uns das viel Geld, einige Millionen Euro pro Veranstaltung. Bei vier bis fünf derartigen Messen im Jahr kommt da eine erkleckliche Summe zusammen».

«Wir sind eine Familie»

Gleichzeitig sprach sich der VW-Chef für Boni-Kürzungen von Mitarbeitern und Vorständen aus. Neben den Mitarbeitern der Kernmarke VW sollten auch die der Konzerntöchter Audi und Porsche, die einen grossen Teil des Konzerngewinns einfahren, auf Bonuszahlungen verzichten. «Wir sind eine Familie, das gilt in guten wie in schlechten Zeiten», sagte Müller der «Wirtschaftswoche».

Der ehemalige Porsche-Chef Müller hatte im September den Konzernvorsitz von Winterkorn übernommen, nachdem der langjährige VW-Vorsitzende im Zuge der Manipulationsaffäre zurückgetreten war. VW hatte vor gut drei Monaten zugeben müssen, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulationssoftware eingesetzt wurde, die den Stickoxid-Ausstoss im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Durch Strafen, Rückrufaktionen und Entschädigungen kommen auf den Wolfsburger Konzern Milliardenkosten zu.

AFP/rre

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