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«Wir haben die beste Liquidität in der Branche»

UBS-Konzernchef Sergio Ermotti erklärt in einem Interview die neue Strategie der Grossbank. Er gibt sich optimistisch – und rechnet trotzdem nicht damit, dass die UBS eine risikofreie Bank wird.

Nachdenklich, aber zuversichtlich: Sergio Ermotti und der scheidende Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger (links) vor den Medien in Zürich. (15. November 2011)
Nachdenklich, aber zuversichtlich: Sergio Ermotti und der scheidende Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger (links) vor den Medien in Zürich. (15. November 2011)
Keystone

Die UBS agiert gemäss Konzernchef Sergio Ermotti mit ihrer neuen Strategie «aus einer Position der Stärke heraus». Die Grossbank wolle den Aktionären in Zukunft eine gute Rendite bei einem kleineren Risiko anbieten, erläutert Ermotti in der «NZZ am Sonntag» die am Donnerstag präsentierte Ausrichtung.

Dabei müsse die UBS das geänderte Marktumfeld und das neue Regelwerk Basel III berücksichtigen. Unter den neuen Regeln liessen sich viele Aktivitäten nicht mehr rentabel betreiben, so Ermotti mit Blick auf das Investmentbanking. «Auch Leute, die das bisher nicht wahrhaben wollen, werden sich anpassen müssen», so Ermotti. Er erwartet, dass das neue Regelwerk selbst in den USA eingeführt wird, allerdings später als in Europa.

Ermotti will Zeichen der Zuversicht setzen

Ermotti sieht die UBS auf dem richtigen Kurs. Ein Viertel der UBS-Bilanz bestehe heute aus liquiden Mitteln. «Wir haben also auch die beste Liquidität in der Branche.» Die UBS hatte am Donnerstag erklärt, ihre Investmentbank zu verkleinern, sich stärker auf die Vermögensverwaltung auszurichten und wieder eine kleine Dividende zu zahlen. «Mit der Dividendenzahlung wollen wir ein Zeichen der Zuversicht setzen», so Ermotti im Interview.

Dies sei auch im Sinne des künftigen UBS-Präsidenten Axel Weber, der ab Frühling Kaspar Villiger ersetzt. Weber sei an den Diskussionen zur Dividendenausschüttung formell zwar nicht beteiligt gewesen, doch «wir diskutieren über alle Themenpunkte, die öffentlich bekannt sind». Dividenden seien kein Widerspruch zum Kapitalaufbau, für den Weber plädiert.

UBS will Risikokontrolle verbessern

Zudem will die Grossbank die Risikokontrolle weiter verbessern. Nach dem Spekulationsskandal in London, bei dem ein Händler einen Milliardenverlust verursacht hatte, habe die Bank den Eigenhandel trotz hoher Rentabilität geschlossen.

«Eine risikofreie Bank gibt es aber nicht. Bei 65'000 Mitarbeitern werden wir ab und zu solche Fälle haben», so Ermotti. «Wir müssen diese Risiken aber so unter Kontrolle haben, dass die Auswirkungen, finanziell und reputationsmässig, in einem akzeptablen Rahmen bleiben».

Nach dem Fall London nahm der damalige Konzernchef Oswald Grübel den Hut. Sergio Ermotti hat die Funktion als Interimschef übernommen und wurde Mitte November zum neuen Konzernchef der UBS ernannt.

SDA/miw

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