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Wo der Café Crème am teuersten ist

Der Cafetier-Verband hat die Preise für einen Café Crème in der Deutschschweiz verglichen. Unter 4 Franken ist das beliebte Heissgetränk nur noch in einer Region zu haben.

Im Kanton Zürich bezahlt man im Durchschnitt 4.36 Franken für einen Café Crème: Ein Restaurant in Uster. (Bild: Kaminski Christoph)
Im Kanton Zürich bezahlt man im Durchschnitt 4.36 Franken für einen Café Crème: Ein Restaurant in Uster. (Bild: Kaminski Christoph)

Den höchsten Durchschnittspreis in der Statistik, die der Branchenverband Cafetier Suisse am Montag herausgab, weist die Stadt Zürich mit 4.36 Franken auf. Dort ist der Preis pro Café Crème in einem Jahr um 4 Rappen gestiegen. Basel-Stadt folgt mit 4.29 Franken. Ähnlich teuer ist die Stadt Winterthur mit einem Preis von 4.18 Franken. Einen Café Creme für unter vier Franken zu bekommen, ist nicht mehr so einfach. Allerdings ist er in allen Teilen der Deutschschweiz noch unter dieser Schwelle zu haben, vor allem auf dem Land, wie Cafetier-Suisse-Präsidentin Johanna Bartholdi betont.

Im Kanton Zürich ausserhalb der beiden Grossstädte kostet die Tasse im Schnitt 4.09 Franken. Der Kanton Aargau ist der Café Crème mit 4.08 Franken fast gleich teuer. Günstiger trinkt man das Heissgetränk mit Rähmli in der Zentral- und in der Ostschweiz für 4.07 bzw. 4.06 Franken. Im Kanton Bern liegt der Preis bei 3.90 Franken.

Dies erkläre sich aus der Nähe Berns zur Romandie, sagte Verbandspräsidentin Bartholdi. In der französischsprachigen Schweiz ist ein Café Crème generell günstiger als in der Deutschschweiz. In Bern sind es die Region Biel-Seeland und das Juragebiet, die den Durchschnitt drücken. «Im Berner Oberland zahlt man etwa so viel wie in Luzern», sagt Johanna Bartholdi.

350 Cafés verglichen

Der Verband deckt mit Ausnahme von Bern keine zweisprachigen Kantone ab. In der Romandie lassen sich die Café-Betreiber in der Regel von Gastrosuisse vertreten. Wie die Erhebung von Cafetier Suisse zeigt, finden sich aber in jedem Teil der Deutschschweiz Betriebe, die eine Tasse Café Crème für weniger als vier Franken anbieten.

Die Spanne der günstigsten Angeboten liegt bei 3.20 bis 3.80 Franken. Analog zur Gesamtstatistik ist der höchste Tiefstpreis in der Stadt Zürich, der günstigste in Bern.

Der Branchenverband hat die Preise von 350 Cafés, Caféterien, Café-Bäckereien und Café-Bistros in der deutschsprachigen Schweiz und im französischsprachigen Teil des Kantons Bern verglichen. Die happigsten Preisaufschläge gab es bei einem Pächterwechsel oder wenn ein Betrieb ein neues Konzept einführte.

Allerdings haben 2013 knapp 80 Prozent der Betriebe den Preis unverändert belassen. Auch in den vergangenen Jahren waren die Cafetiers generell zurückhaltend gewesen, um die Kundschaft nicht zu vergraulen: 2010 hatten 79 Prozent auf einen höheren Preis verzichtet, 2011 46 Prozent und 2012 wiederum 79 Prozent.

Kein gutes Zeichen

«Seit vier Jahren gibt es in der Preisgestaltung eine grosse Zurückhaltung», sagte Bartholdi. Dies verdeutliche die schwierige Lage des Gastgewerbes. Mit dem vollen 13. Monatslohn in der Gastrobranche stiegen die ohnehin schon hohen Personalkosten. Daher dürfte es nun zu einem Preisanstieg kommen.

«Betriebe, die nicht aufgeschlagen haben, spüren einen Nachholbedarf von 5 Rappen pro Jahr, in welchem sie den Preis nicht verändert haben.» Die Preisgestaltung sei aber Angelegenheit jedes Cafetiers. Die Betreiber überlegten sich genau, ob sie mit dem Preis hochgehen sollten, sagte Bartholdi. Einige Betriebe würden aber aus rein wirtschaftlichen Gründen die Preise erhöhen, vor allem in den Städten, wo der wirtschaftliche Druck höher sei als auf den Land.

Die Umsätze der Cafés sinken seit Jahren. Carmen Wanner, Mitglied der Cafetier-Suisse-Geschäftsleitung, macht sich Sorgen um die Betriebe, die ihre Preise beibehalten: «Unterlassene Anpassungen an das sinkende Konsumniveau lassen sich irgendeinmal nicht mehr wettmachen.» Vom sinkenden Rohkaffeepreis profitieren die Cafés kaum.

Die Zurückhaltung bei den Preisen wertet Wanner als eher schlechtes Zeichen. Laut dem Verband kann es durchaus sein, dass ein Betrieb, der 10 und 20 Rp. mehr für eine Tasse Kaffee verlangt, mit den Mehreinnahmen beispielsweise eine Monatsmiete für das Lokal begleichen kann.

Preisabschläge

Einige Café-Betreiber versuchen es gar mit Preisabschlägen. In einem Sechstel der 350 Betriebe ist die Tasse im Schnitt um 10 bis 20 Prozent günstiger geworden. Laut Verbandspräsidentin Bartholdi führt ein Preisabschlag aber meist nicht dazu, dass ein Betrieb mehr verkauft: Weil Cafés Crème nur zu bestimmten Tageszeiten bestellt würden, könnten die Betreiber nicht mehr Nachfrage bedienen, als es die Grösse ihrer Lokale ermöglichte.

Der Verband versucht, möglichst immer dieselben Betriebe zu befragen. Das Café-Sterben sei aber auch 2013 weitergegangen, sagte Johanna Bartholdi. Man versuche, vergleichbare Cafés zu finden, um die Statistik möglichst genau weiterführen zu können. Die Erhebung wurde zum nunmehr 26. Mal gemacht.

SDA/wid

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