Zinswende – jetzt kommen die «Verschieber»

Kommt der US-Zinsschritt, oder kommt er nicht? Erste Stimmen sprechen nun von «Move to 2016».

Was tut sich da in den USA? Blick auf New Yorks Finanzzentrum Manhatten.

Was tut sich da in den USA? Blick auf New Yorks Finanzzentrum Manhatten.

(Bild: Reuters)

Matthias Chapman@matthiaschapman

«Wir verschieben unsere Prognose für die erste Zinsanhebung von September 2015 auf März 2016», schreiben die Analysten von Barclays in einem Kommentar zu den aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Trotz einer stärkeren US-Wirtschaft würden sich die Anzeichen für eine Verzögerung der Zinswende verdichten.

Scott Wren von Wells Fargo spekuliert ebenfalls laut darüber, ob die US-Notenbank doch erst im Dezember zum Zinsschritt ansetzt und nicht schon im September. Er sehe eine Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent für September und 50 Prozent für Dezember, so der Analyst gestern. Allerdings würden ihm die bangen Minuten an der Wallstreet eher eine Verschiebung Richtung Dezember anzeigen.

Offen formulieren es die Mitglieder der US-Notenbank Fed. Sie senden weiter Signale aus, dass eine Zinserhöhung in den USA ansteht. Die Zentralbank wird nach Einschätzung des Fed-Chefs von Atlanta, Dennis Lockhart, vermutlich «irgendwann im Laufe dieses Jahres» mit einer Erhöhung beginnen.

Es werde eine schrittweise Normalisierung der Geldpolitik geben, sagte Lockhart am Montag in Berkeley in Kalifornien in einer vorab verbreiteten Rede für ein Forum zur Rentenfinanzierung in den USA. Insgesamt würden die Zinsen für einige Zeit eher niedrig bleiben. Wie sich das Wirtschaftswachstum entwickle, sei angesichts des starken Dollars und der niedrigen Ölpreise schwer zu prognostizieren.

Lockhart gilt als eines der Fed-Mitglieder, die damit rechnen, dass eine erste Zinserhöhung bereits bei der Fed-Sitzung im kommenden Monat beschlossen wird. Vor zwei Wochen hatte Lockhart gesagt, der Zeitpunkt für steigende Zinsen sei nah. Seine Äusserungen an diesem Montag könnten allerdings darauf hindeuten, dass er von dieser Einschätzung etwas abgerückt ist.

Schwierige Prognosen

Auf die Börsenturbulenzen in China, die Konjunkturschwäche der Volksrepublik und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft ging Lockhart nur am Rande ein. «Gegenwärtig machen es Entwicklungen wie die Aufwertung des Dollar, die Entwertung der chinesischen Währung und der weitere Ölpreisverfall schwierig, die Wirtschaftsentwicklung vorauszusagen», sagte er.

* mit Material der Nachrichtenagentur SDA

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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