Zum Hauptinhalt springen

Trump-Regierung verhängt Milliardenzölle gegen China

Donald Trump hat wie angedroht Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Produkte angekündigt. China kündigt Vergeltung an.

Sollte Peking Gegenzölle erheben, droht er mit zusätzlichen Massnahmen: Donald Trump macht im Handelsstreit Ernst: (7. Juni 2018)
Sollte Peking Gegenzölle erheben, droht er mit zusätzlichen Massnahmen: Donald Trump macht im Handelsstreit Ernst: (7. Juni 2018)
Susan Walsh, Keystone

Die Trump-Regierung will auch ihre Strafzölle gegen China umsetzen: US-Präsident Donald Trump hat wie angedroht Zölle in Höhe von 25 Prozent auf eine Reihe chinesischer Produkte angekündigt.

Betroffen sind Importprodukte im Wert von 50 Milliarden Dollar (42 Milliarden Euro), erklärte Trump am Freitag. Zugleich drohte er China mit zusätzlichen Massnahmen, sollte Peking Gegenzölle erheben. Der aktuelle Handelsstreit zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt schürt Ängste vor einem Handelskrieg.

China «müsse» zurückschlagen

China will seinerseits Zusatzabgaben auf amerikanische Güter in ähnlichem Umfang auf den Weg bringen. Die Regierung in Peking wolle keinen Handelskrieg, müsse aber zurückschlagen, teilte das Handelsministerium in Peking am Freitag mit.

China werde seine Interessen verteidigen. Die Ergebnisse vorheriger Verhandlungen seien nach der Entscheidung des US-Präsidialamts nichtig, Zölle von 25 Prozent auf Waren im Volumen von 50 Milliarden Dollar zu erheben. Diese US-Massnahmen schadeten der weltweiten Handelsordnung, erklärte das Ministerium weiter.

Bereits zuvor hatte das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Kreise berichtet, dass die US-Regierung am Donnerstagabend eine Reihe von chinesischen Gütern mit Strafzöllen belegen werde. Chinas Aussenminister Wang Yi forderte Washington auf, eine Situation zu verhindern, in der beide Seiten nur verlieren würden.

IWF warnt vor globalen Auswirkungen

Die aggressive Handelspolitik sowie die umfangreichen Steuersenkungen von US-Präsident Trump stellen laut Internationalem Währungsfonds (IWF) ein Risiko für die Weltwirtschaft dar. Die US-Strafzölle könnten einen «Kreislauf von Vergeltungsaktionen» befeuern und die globalen Angebotsketten stören, heisst es im jährlichen IWF-Bericht über die US-Wirtschaft vom Donnerstag. Die Steuersenkungen würden der Konjunktur demnach nur einen kurzfristigen Schub geben.

Der IWF warnte zudem, dass Washingtons Argumentation, die Zölle dienten der nationalen Sicherheit, Schule machen könnte. So gerechtfertigte umfassende Handelsbarrieren würden aber «das regelbasierte globale Handelssystem aushöhlen». Die Organisation rief die USA und ihre Handelspartner zu konstruktiver Zusammenarbeit auf.

Die Steuerreformen könnten nach Meinung des IWF zum Anziehen der Inflation in der USA führen. Das wiederum würde die US-Notenbank dazu veranlassen, die Zinsen energischer zu erhöhen, was Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte – insbesondere für Schwellenländer. Die Organisation lobte allerdings auch die lang fällige Vereinfachung des US-Steuersystems durch die Reformen.

Wenn die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan und Kanada am Freitag in einem Luxushotel im kanadischen La Malbaie (Bild) mit Trump zusammenkommen...
Wenn die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan und Kanada am Freitag in einem Luxushotel im kanadischen La Malbaie (Bild) mit Trump zusammenkommen...
Alice Chiche, AFP
...türmt sich vor ihnen ein Scherbenhaufen auf, der die Gemeinsamkeiten dahinter kaum noch erkennen lässt. In La Malbaie werden Sicherheitskameras installiert.
...türmt sich vor ihnen ein Scherbenhaufen auf, der die Gemeinsamkeiten dahinter kaum noch erkennen lässt. In La Malbaie werden Sicherheitskameras installiert.
Alice Chiche, AFP
Laut Jean-Claude Juncker lässt sich die EU Trumps Vorgehen nicht bieten. (1. März 2018)
Laut Jean-Claude Juncker lässt sich die EU Trumps Vorgehen nicht bieten. (1. März 2018)
Vassil Donev/EPA, Keystone
1 / 10

AFP/nag

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch