Zum Hauptinhalt springen

Viel Grün, viel Plastik: Migros eröffnet ersten Elektromobil-Laden

Die Migros hat am Mittwoch den Startschuss für ein neues Geschäftsfeld gegeben: In Zürich eröffnete sie das erste «m- way» der Schweiz, einen Laden für Autos, Velos und Töffs mit Elektroantrieb.

Weitere Filialen sollen folgen. Ob «m-way» ein Erfolg wird, wissen nicht einmal die Verantwortlichen. «Wir fangen jetzt mal damit an», sagte Hans-Dieter Berninghaus, Mitglied der Migros-Generaldirektion, am Mittwoch vor den Medien. «Auch wenn wir keine Ahnung haben, wie es sich entwickeln wird.» Der Detailhändler vermietet und verkauft über die Marke «m-way» ab sofort Kleinwagen, Transporter, Roller, Töffs und Velos mit Elektroantrieb. Daneben bietet er Versicherungen, Finanzierungsmöglichkeiten und die Wartung der Fahrzeuge an. Die Migros will den Kundinnen und Kunden damit das Thema Elektromobilität näherbringen und sie zum Umsteigen bewegen. «Der Wechsel auf strombetriebene Fahrzeuge wird das prägende Thema der kommenden Jahre sein», zeigte sich Berninghaus überzeugt. Keine Migros-Preise Gegenwärtig fristen Elektromobile in der Schweiz immer noch ein Nischendasein. In China hingegen sind bereits über 120 Millionen Elektro-Scooter in den Städten unterwegs. Irgendwann werde sich die E-Mobilität auch hierzulande durchsetzen, sagte Berninghaus. Um diese Entwicklung zu fördern, müssten die Produkte aber Spass machen. Die Fahrzeuge, welche die Migros am Dienstag präsentierte, geben dazu ihr Bestes: Die Velos wirken futuristisch, die Motorräder sehen aus wie ihre benzinbetriebenen Pendants und das Auto mit der Plastik-Karosserie, der «Think City», wird als «Stadtflitzer» beworben. Migros-Preise dürfen die Kunden bei «m-way» jedoch nicht erwarten: Das Auto, ein Zweiplätzer, kostet stolze 46'500 Franken. Das Spass-Motorrad «Elmoto», das einem BMX-Rad ähnlich sieht, 6500 Franken, der Roller «vRone» 6000 Franken. Diese Preise erklären sich dadurch, dass die Kosten für Lithium- Batterien hoch sind und es sich bei den Fahrzeugen nicht um Massenprodukte handelt. «m-way» kostet weniger als eine Tankstelle Auch wenn sich der Erfolg nicht mit Sicherheit einstellen wird: Der Laden an bester Lage in Zürich soll nicht der einzige bleiben. Für das kommende Jahr sind «m-way»-Standorte in Genf, Basel und Bern geplant. Auch im Tessin ist eine Verkaufsstelle in Planung. Wann diese eröffnet wird, ist jedoch noch nicht klar. Wie viel der Migros das Elektro-Engagement wert ist, will sie nicht bekannt geben. Das Risiko hält sich aber offenbar in Grenzen, denn die gesamten Investitionskosten für «m-way» liegen laut Berninghaus deutlich unter den Ausgaben für eine einzige Migrol- Tankstelle. Coop: Keine vergleichbaren Läden geplant Bei der Konkurrenz lässt man sich von «m-way» nicht aus der Ruhe bringen. Coop habe schon vor längerer Zeit erkannt, dass man sich als Detailhändler für die Elektromobilität einsetzen müsse, sagte Coop-Sprecher Nicolas Schmied auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Wir sind schliesslich Teil des Verkehrsproblems, weil viele mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Dann müssen wir auch Teil der Lösung sein.» Coop unterstützte die Entwicklung des «Rinspeed», eines Elektromobils des Schweizer Autobauers Frank Rinderknecht. Am diesjährigen Autosalon in Genf wurde der Kleinwagen der Öffentlichkeit präsentiert. Wieviel Coop inverstierte, will das Unternehmen nicht bekannt geben. Wer mit dem «Rinspeed» zum Einkaufen fahren will, muss sich bis auf Weiteres direkt beim Autobauer melden. Verkaufsstellen, die mit «m-way» vergleichbar wären, sind laut Schmied nicht geplant.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch