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Was kostet das Great Barrier Reef?

1500 australische und internationale Teilnehmer aus zehn Ländern haben den wirtschaftlichen und sozialen Wert des Riffs ermittelt.

Das Great Barrier Reef hat nun einen Preis: Luftaufnahme des Riffs vom November 2014.
Das Great Barrier Reef hat nun einen Preis: Luftaufnahme des Riffs vom November 2014.
Sarah Lai, AFP

Angesichts der zunehmenden Bedrohung des weltberühmten Great Barrier Reef vor der Nordküste Australiens hat erstmals eine Studie dessen wirtschaftlichen und sozialen Wert erfasst: Mit dem Ergebnis, dass das Ökosystem mit umgerechnet rund 41 Milliarden Franken ein enormer Wirtschaftsfaktor ist. «Zu gross, um zu scheitern», schreiben die Autoren der Great Barrier Reef Foundation in ihrem Bericht «Deloitte Access Economics», der heute veröffentlicht wurde.

«Mit 56 Milliarden australischen Dollar ist das Riff mehr als zwölf Sydney Opernhäuser wert», heisst es in einem eindringlichen Vergleich mit dem ebenso berühmten architektonischen Wahrzeichen der Millionenstadt Sydney. Allein für den Tourismus schlage das Great Barrier Reef mit einem Wert von 29 Millionen australischen Dollar (rund 21 Millionen Franken) zur Buche. Etwa 64'000 Arbeitsplätze seien an das Ökosystem gekoppelt.

Für die «Marke Australien» unentbehrlich

Der indirekte Wert, das heisst seine Wertschöpfung auch bei Menschen, die das Korallen-Riff bislang nicht besucht hätten, es aber gleichwohl kennen, belaufe sich auf 24 Milliarden australische Dollar (rund 17,7 Mrd. Franken).

Der Chef der Stiftung, Steve Sargent, erklärte, dass die Studie zeige, dass kein anderes australisches Gut in ähnlich grosser Weise zur Wahrnehmung der «Marke Australien» beitrage wie das Ökosystem. Für die Studie wurden 1500 australische und internationale Teilnehmer aus zehn Ländern befragt.

Grössere Zerstörung als angenommen

Zuletzt sorgten alarmierende Berichte über die Bedrohung des Great Barrier Reef für Aufsehen. So ist die Korallenbleiche noch schlimmer als gedacht: Im Jahr 2016 seien 29 Prozent der Flachwasserkorallen abgestorben, teilten Forscher Ende Mai mit. Bislang waren die Wissenschaftler aufgrund von Luft- und Unterwasseraufnahmen davon ausgegangen, dass im vergangenen Jahr 22 Prozent der Korallen zerstört wurden. In diesem Jahr wird mit einer weiteren verheerenden Korallenbleiche gerechnet. Ursache ist demnach der Klimawandel und die Erwärmung der Ozeane.

Zusätzliche Schäden richtete im März der Zyklon «Debbie» an. Starkregen im Gefolge des Wirbelsturms liess zahlreiche Flüsse über die Ufer treten. Das mit Ablagerungen und Stickstoff verschmutzte Hochwasser lief in das Riff und schadete den Korallen. Auch die Verschmutzung des Wassers durch Rückstände aus der landwirtschaftlichen Produktion setzen dem Ökosystem zu.

AFP/nag

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