Die Jungen von Davos – sechs Fragen an Anna und Shaip

Vor ihrer Haustür trifft sich die Weltelite und debattiert über die Zukunft, auch ihre Zukunft. Zwei Schüler über das WEF, ihren Traumjob und welche VIPs sie treffen möchten.

Das WEF gehört in ihre Stadt, und die Forumbesucher sollen doch bitte die Zukunftsversprechen halten: Jugendliche Stimmen am Rande des Wirtschaftstreffens in den Alpen.
Matthias Chapman@matthiaschapman

#Youth taucht in den sozialen Medien während der WEF-Tage so oft auf, wie heuer etwa #oilprice oder #digitaleconomy. Die Jugend ist am Davoser Treffen seit je ein Kernthema. Damit verbunden sind Ausbildung, Zukunft, Arbeit und leider auch Arbeitslosigkeit. Ein grosser US-Techkonzern hat sich zu Herzen genommen, nicht nur an Panels über die Zukunft der Jugend zu sprechen, sondern konkret mit ihr an einem Workshop zu arbeiten.

Und das sieht dann so aus: Zwei Ladenlokale an der Davoser Promenade werden flugs in ein Lernstudio und ein Techcafé umgebaut. Dort erhalten Schulklassen «Entwicklungshilfe» aus Kalifornien in Sachen Programmierung und Computertechnologie.

thunertagblatt.ch/Newsnetz hat den Anlass besucht und mit zwei Jugendlichen über #Youth und das #WEF16 gesprochen. Anna Neuenschwander ist 14 Jahre alt. Sie spielt im Nationalteam ihrer Altersklasse Eishockey (ja, ihr 22-jähriger Bruder spielt beim ZSC und in der Nationalmannschaft). Shaip Gashi ist 15-jährig, spielt Fussball (Verteidiger rechts) und möchte einmal studieren.

Wie denkt ihr darüber, dass sich ausgerechnet in eurem Dorf die Mächtigen und Reichen aus Wirtschaft und Politik treffen?Anna: Mir gefällt es, wenn so viele berühmte Menschen bei uns im Dorf sind. Sie wollen etwas Positives für die Welt tun, das ist gut. Klar, es kann auch mühsam werden für uns, wenn die Strassen verstopft sind und die Busse stehen bleiben. Aber das dauert ja nur ein paar Tage. Shaip: Das WEF gehört einfach zu Davos. Seit ich geboren bin, kenne ich nichts anderes. Meine Eltern sind aus Kosovo, oft kommen auch wichtige Leute aus diesem Land nach Davos. Dass es auf der Strasse eng wird, macht mir nichts aus.

Am WEF geht es auch um Technologie, Hauptthema ist die 4. industrielle Revolution. Sagt euch das etwas?Anna: Wir wurden ja hier von einer amerikanischen Firma eingeladen, an einem Programmierkurs teilzunehmen. Das ist toll, ich lerne viel Neues, aber ehrlich gesagt: Informatik ist nicht so mein Ding. Und 4. industrielle Revolution (...)? Nein, das sagt mir nichts. Shaip: Mir sagt das auch nichts. Informatik und mit dem Computer zu arbeiten, gefällt mir. Aber für meine Zukunft habe ich andere Pläne.

Mit 4. industrieller Revolution ist eine weitgehende Digitalisierung unseres Lebens gemeint. Zum Beispiel Autos, die selber fahren, oder Roboter, die uns noch mehr Arbeit abnehmen.Anna: Aha, gut. Aber ich würde lieber selber Auto fahren. Shaip: Ja. Ich glaube aber nicht, dass sich das so schnell ändert.

Wenn man sich so am WEF umhört, könnte man meinen, nur Technologieberufe haben Zukunft. Zieht es euch auch dahin?Anna: Also ich würde am liebsten Profi-Eishockeyspielerin werden. Aber leider kann man bei den Frauen in diesem Sport kein Geld verdienen. Shaip: Ich möchte später studieren. Vielleicht Architektur oder so etwas.

Wen würdest du am WEF am liebsten einmal treffen, wenn dir dieser Wunsch erfüllt würde?Anna: Die Band One Direction würde ich sehr gerne sehen oder auch Barack Obama. Shaip: Wenn ich Leonardo DiCaprio treffen könnte, das wäre schon cool. Natürlich würde ich ihn sofort darum bitten, mit mir ein Selfie zu machen. Aber auch einen Bundesrat live zu sehen, fände ich toll.

Wenn ihr eine Botschaft an die Leute am WEF richten könntet, wie würde die lauten?Shaip: Wenn ihr über die Zukunft redet und darüber, dass diese besser werden soll, dann versucht eure Versprechen auch einzuhalten.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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