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Wirtschaft IWF sieht Europas Aufschwung skeptisch

Washington/Wien Der Internationale Währungsfonds sieht Europas Aufschwung skeptisch und rät, notfalls geplante Schritte zum Schuldenabbau aufzuschieben.

Immerhin: Bei krisengeschüttelten Problemländern wie Griechenland und Irland glaubt der IWF Licht am Ende des düsteren Konjunkturtunnels auszumachen. «Trotz der jüngsten Stärke wird der Aufschwung verglichen mit früheren Erholungsphasen schwach ausfallen», befindet der Fonds mit Blick auf Europas Industrienationen in seinem am Mittwoch präsentierten regionalen Wirtschaftsausblick. Im Schnitt sei für diese Länder dieses Jahr mit einem Wachstum von gerade einmal 1,7 Prozent zu rechnen, 2011 dann mit 1,6 Prozent. Die Prognose des IWF für die Eurozone und Europäische Union ist dabei beinahe identisch. Die entwickelten europäischen Länder dürften dabei um 1,7 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im nächsten Jahr wachsen, die aufstrebenden europäischen Volkswirtschaften um 3,9 Prozent 2010 und 3,8 Prozent 2011. Bergauf, wenn auch langsam, geht es laut IWF für Europas Sorgenkinder: Die Wirtschaft Griechenlands soll demnach im kommenden Jahr nur noch um 2,6 Prozent schrumpfen, nach 4 Prozent 2010. Irland werde 2011 mit einem prognostizierten Plus von 2,3 Prozent wieder auf den Wachstumspfad kommen, nach einem Minus von 0,3 Prozent 2010. Sollten die Wachstumserwartungen aber deutlich verfehlt werden, sollten Länder mit fiskalischem Spielraum einen vorgesehenen Abbau von Schulden auch aufschieben, rät der Fonds. «Konsolidierungen sind zwar unvermeidlich, sollten aber so umgesetzt werden, dass die negativen Folgen für das Wachstum und den Arbeitsmarkt so gering wie möglich bleiben», meint der Weltwährungsfonds. Banken brauchen solide Bilanzen Mit Blick auf Europas Bankenwelt mahnt der Fonds, nach dem Stresstest der Geldhäuser «rapide zu handeln, um verbliebene Schwächen in den Bilanzen zu beseitigen und die Fähigkeit zur Kreditvergabe zu sichern», heisst es in dem Bericht. «Die Politik muss sich auf die Stärkung der Bankbilanzen konzentrieren», sagte Ajai Chopra, Direktor der Europa-Abteilung des IWF. Der Fonds legt den Ländern zudem eine «glaubhafte» Konsolidierung der Staatsfinanzen nahe, um Ängste vor neuen Schuldenkrisen zu zerstreuen. Langfristig müsse die Region neue Wachstumsmotoren finden, beispielsweise im Handel.

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