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Zweite Gesprächsrunde zwischen Alstom Schweiz und Sozialpartnern Gewerkschaft erwartet Klarheit über Stellenabbau

Gut zwei Wochen nach der Ankündigung des Abbaus von bis zu 750 Stellen in Baden AG und Birr AG trifft sich die Alstom Schweiz am Mittwoch ein zweites Mal mit den Sozialpartnern.

Diese erwarten Klarheit über das Ausmass des Abbaus und Massnahmen zum Abfedern. «Wir erwarten vor allem Auskunft über die Ergebnisse der Sitzung des europäischen Betriebsrates vergangene Woche», sagte Stefan Studer, Geschäftsführer der Arbeitnehmerorganisation Angestellte Schweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Im Europäischen Betriebsrat sitzen auch zwei Vertreter der Arbeitnehmer von Alstom Power Schweiz. Er tagte am Montag und Dienstag in Baden. Die Sozialpartner und die Alstom Schweiz trafen sich am späteren Nachmittag am Sitz des Industrieverbandes Swissmem in Zürich. Angestellte Schweiz fordert vor allem Informationen über das Ausmass des Stellenabbaus. Ein allfälliges Konsultationsverfahren und inhaltliche Verhandlungen beginnen gemäss Studer voraussichtlich erst später. Trotzdem wolle die Gewerkschaft sehen, ob Alstom bis zur Umsetzung des Stellenabbaus im März 2012 Massnahmen zum Abfedern plane. Dazu gehörten Kurzarbeit, keine Verlängerung von Verträgen mit temporär Angestellten, Frühpensionierungen und Versetzungen. Rechtsgutachten erstellt Die Alstom verletzte bei der Information das schweizerische Mitwirkungsrecht, wie Angestellte Schweiz bereits am Vorabend in einem Rechtsgutachten festhielt. Dieses wurde von der Universität St. Gallen erstellt. Wenn die internationale Konzernleitung von Alstom einen Stellenabbau plant, welcher auch die Schweiz betrifft, so müsse die schweizerische Arbeitnehmervertretung mindestens gleichzeitig mit dem europäischen Betriebsrat informiert werden. Das Gutachten weist darauf hin, dass nach schweizerischer Gesetzgebung nicht zuerst auf europäischer und danach auf nationaler Ebene informiert und verhandelt werden darf. Bei einem allfälligen Stellenabbau würden sonst die Regeln über die Massenentlassungen verletzt. Mit dem Gutachten soll vor allem auf die Unterschiede im europäischen und im schweizerischen Recht aufmerksam gemacht werden, sagte Studer. Die Schweiz müsse ihr Recht in diesem Bereich dem europäischen anpassen. Weltweit 4000 Stellen bedroht Die Alstom-Konzernleitung in Paris hatte am 4. Oktober angekündigt, weltweit 4000 Stellen zu streichen. Der Verwaltungsratspräsident von Alstom Schweiz bezeichnete den Abbau von 750 Stellen in der Schweiz als das «ungefähre Maximum». Betroffen ist der Kraftwerkbereich mit Werken in Baden AG und Birr AG. Dort werden Turbinen für Gas- und Kohlekraftwerke produziert. Alstom beschäftigt in der Schweiz 6200 Mitarbeiter. Der Stellenabbau soll bis im März 2012 vollzogen werden. Notiz an die Redaktion: folgt mehr nach Treffen

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